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Krankenversicherung: GKV, PKV & Pflichten für Arbeitgeber

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Krankenversicherung: GKV, PKV & Pflichten für Arbeitgeber | Ordio

Häufige Fragen zu Arbeitgeber

Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung?

In der GKV sind Beiträge einkommensabhängig und werden in der Regel paritätisch zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt. In der PKV richten sich Beiträge nach Tarif, Alter und Gesundheit; der Arbeitgeber zahlt keinen klassischen GKV-Beitrag, sondern einen gesetzlichen Zuschuss. Familienangehörige können in der GKV oft beitragsfrei mitversichert sein, in der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag.

Was ist der Unterschied zwischen Beitragsbemessungsgrenze und Versicherungspflichtgrenze?

Die Versicherungspflichtgrenze (JAEG) regelt, ob ein Beschäftigter GKV-pflichtig bleibt oder in die PKV wechseln darf. Die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) begrenzt das Entgelt, auf das GKV/PV-Beiträge berechnet werden (2026: 5.812,50 €/Monat). Beide beziehen sich auf Brutto, nicht auf Netto.

Was muss der Arbeitgeber der Krankenkasse bei Krankengeld melden?

Nach Ablauf der Lohnfortzahlung (in der Regel sechs Wochen) kann Krankengeld der Kasse zustehen. Du meldest unter anderem das kalendermäßige Entgelt und relevante Lohnbestandteile — Formulare und Fristen kommen von der Einzugsstelle. Fehlende oder verspätete Meldungen verzögern Leistungen für den Beschäftigten.

Warum ist eine Krankenversicherung in Deutschland verpflichtend?

Die Versicherungspflicht stellt sicher, dass alle Zugang zu medizinischer Versorgung haben und niemand aus Kostengründen auf notwendige Behandlung verzichtet. Für Arbeitgeber bedeutet das: Status prüfen, Beiträge abführen und Meldungen fristgerecht — sonst drohen Nachzahlungen bei Prüfungen durch die Krankenkasse oder die Sozialversicherungsprüfung.

Welche Arten der Krankenversicherung gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) und die private Krankenversicherung (PKV) — beide erfüllen die Versicherungspflicht, unterscheiden sich aber in Beitragslogik und Arbeitgeberrolle. In der GKV sind Beiträge einkommensabhängig und in der Regel paritätisch; in der PKV richten sie sich nach Tarif, und du zahlst einen gesetzlichen Arbeitgeberzuschuss.

Welche Rolle spielt die Krankenversicherung im Arbeitsverhältnis?

Du führst GKV-Beiträge ab (Einbehalt AN-Anteil, Zahlung AG-Anteil), meldest Beschäftigte bei der Einzugsstelle an und aktualisierst Stammdaten bei Kassenwechsel oder Statusänderung. Die KV-Zeile gehört zu den Sozialabgaben auf der Lohnabrechnung — getrennt von Lohnsteuer. Bei PKV zahlst du stattdessen den gesetzlichen Zuschuss.

Ist die Versicherungspflichtgrenze netto oder brutto?

Die JAEG bezieht sich auf das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt (brutto) — also das Entgelt vor Steuern und Sozialabgaben, nicht auf das Netto auf der Lohnabrechnung. Sonderzahlungen können je nach Regelung einfließen; im Zweifel Lohnbüro oder Statusfeststellung nutzen.

Ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung zu zahlen?

Ja — bei privat krankenversicherten Beschäftigten schuldest du einen Arbeitgeberzuschuss zur PKV (und zur privaten Pflegepflichtversicherung), begrenzt auf den Betrag, den du bei GKV-Pflicht maximal tragen würdest (Referenzsätze mit Höchstgrenzen). Du prüfst den Versicherungsnachweis und bildest den Zuschuss in der Entgeltabrechnung ab.

Wer ist in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert?

Pflichtversichert in der GKV sind typischerweise sozialversicherungspflichtige Beschäftigte unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, Auszubildende und viele Rentner. Oberhalb der Grenze können Beschäftigte in die PKV wechseln oder freiwillig in der GKV bleiben. Beamte, viele Selbständige und PKV-Versicherte laufen nicht über die klassische GKV-Beitragsabführung des Arbeitgebers.

Wie viel Prozent übernimmt der Arbeitgeber von der Krankenversicherung?

Im Regelfall der GKV trägt der Arbeitgeber 7,3 % vom beitragspflichtigen Brutto (Hälfte des Satzes 14,6 %) plus die Hälfte des kassenindividuellen Zusatzbeitrags. Die Bemessung endet an der BBG KV/PV (2026: 5.812,50 € monatlich). Alle Zweige und Umlagen: Lexikon Arbeitgeberanteil.

Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze ab 2026?

Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt 2026 bei 77.400 € reguläres Jahresbrutto. Liegt das Entgelt dauerhaft darüber, kann ein Beschäftigter unter Voraussetzungen in die PKV wechseln. Die besondere JAEG (69.750 €) hängt mit der BBG zusammen. Werte können jährlich angepasst werden.

Sind Familienangehörige automatisch mitversichert?

In der GKV können Ehepartner und Kinder ohne eigenes Einkommen unter Voraussetzungen familienversichert werden — ohne eigenen Beitrag. In der PKV benötigt jede Person einen eigenen Vertrag. Für dich als Arbeitgeber ändert die Familienversicherung meist nur indirekt Stammdaten und Nachweise, nicht die Standard-Beitragszeile des Hauptversicherten.