Lexikon
Private Krankenversicherung: PKV, Zuschuss & Lohnabrechnung

Häufige Fragen zu Private Krankenversicherung
Welche Rolle spielt die PKV für Arbeitgeber?
Für Arbeitgeber ist die private Krankenversicherung vor allem ein Thema des Arbeitgeberzuschusses nach § 257 SGB V, der Nachweise und der korrekten Zeile in der Lohnabrechnung — nicht von Tarifvergleichen. PKV-Versicherte zahlen Prämien selbst; du erstattest den gesetzlichen Zuschuss bis zur GKV-Referenzgrenze.
Ist der Arbeitgeber verpflichtet, einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung zu zahlen?
Ja. Bei privat krankenversicherten Beschäftigten schuldest du einen Arbeitgeberzuschuss nach § 257 SGB V zur PKV und zur privaten Pflegepflichtversicherung. Er ist begrenzt auf den Betrag, den du bei GKV-Pflicht maximal als Arbeitgeberanteil tragen würdest. Details im Lexikon-Artikel Private Krankenversicherung.
Wie hoch ist der Arbeitgeberzuschuss zur PKV?
Der Zuschuss beträgt höchstens 50 % des Betrags, den du als Arbeitgeber bei GKV-Pflicht zur Krankenversicherung tragen würdest — inklusive halbem Zusatzbeitrag, begrenzt durch die BBG KV/PV (2026: 5.812,50 €/Monat). Für die private Pflegepflicht gilt ein analoger Höchstbetrag. Liegt der PKV-Tarif darüber, zahlt der Beschäftigte die Differenz selbst.
Wie wird der Arbeitgeberzuschuss zur PKV berechnet?
Du ermittelst den hypothetischen GKV-Arbeitgeberanteil (2026: 7,3 % Grundsatz + halber kassenindividueller Zusatzbeitrag) auf das beitragspflichtige Entgelt bis zur BBG. Davon erstattest du höchstens die tatsächlichen PKV-Beiträge des Beschäftigten. Für die private Pflegepflicht rechnest du separat nach dem PV-Referenzsatz. Lohnsoftware mit PKV-Modul übernimmt die Berechnung.
Wie wird die Private Krankenversicherung in der Lohnabrechnung ausgewiesen?
Bei PKV entfällt die klassische GKV-Beitragszeile. Stattdessen erscheint typischerweise ein Arbeitgeberzuschuss PKV (und ggf. PV) als Erstattung oder netto-wirksame Zahlung. Der Beschäftigte zahlt seine PKV-Prämie direkt an den Versicherer. RV-, ALV- und ggf. GKV-PV-Beiträge laufen bei SV-Pflicht weiter über die üblichen Wege.
Welche Nachweise braucht der Arbeitgeber bei PKV-Beschäftigten?
Du brauchst eine aktuelle Versicherungsbescheinigung der PKV mit Beitragshöhe, den Nachweis einer angemessenen privaten Pflegepflichtversicherung und Aktualisierungen bei Tarifänderungen. Lege die Unterlagen in der digitalen Personalakte ab und prüfe jährlich, ob sich Beiträge geändert haben.
Muss der Arbeitgeber auch zur privaten Pflegepflichtversicherung beitragen?
Ja. PKV-Versicherte müssen eine angemessene private Pflegepflichtversicherung nachweisen. Du schuldest einen separaten Arbeitgeberzuschuss — begrenzt auf den PV-Teil, den du bei GKV-Pflicht maximal tragen würdest (Referenzsätze mit BBG). Ohne PV-Nachweis kann der Beschäftigte in die soziale Pflegeversicherung einbezogen werden. Details: Lexikon Pflegeversicherung.
Was passiert beim Wechsel von GKV in PKV für den Arbeitgeber?
Du prüfst die JAEG-Voraussetzungen, stellst Meldungen um, holst PKV- und PV-Nachweise ein und passt die Lohnabrechnung an (kein GKV-Abzug, Zuschuss stattdessen). Dokumentiere den Wechselzeitpunkt. Bei Rückkehr unter die JAEG kann der Beschäftigte in die GKV zurück — außer nach dem 55. Lebensjahr in der Regel nicht mehr.
Wie hoch ist die Versicherungspflichtgrenze für die PKV 2026?
Die allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) liegt 2026 bei 77.400 € reguläres Jahresbrutto. Liegt das Entgelt dauerhaft darüber, kann ein Beschäftigter in die PKV wechseln. Die besondere JAEG (69.750 €) hängt mit der BBG zusammen. Beides bezieht sich auf Brutto, nicht Netto.
Was ist der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung?
In der GKV sind Beiträge einkommensabhängig und paritätisch geteilt; der Arbeitgeber führt sie über die Krankenkasse ab. In der PKV zahlt der Beschäftigte Tarifbeiträge an den Versicherer; du erstattest den gesetzlichen Zuschuss. Familienangehörige sind in der GKV oft familienversichert, in der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag.
Was ist der Unterschied zwischen freiwilliger GKV und PKV?
Bei der freiwilligen GKV bleibt der Beschäftigte in der gesetzlichen Kasse und zahlt den vollen Beitrag selbst; du schuldest keinen PKV-Zuschuss nach § 257, meldest aber an diese Kasse. Bei der PKV liegt ein privater Tarif vor; du erstattest den gesetzlichen Zuschuss zur PKV und privaten Pflegepflicht. In Lohnsoftware und Stammdaten müssen beide Status getrennt gepflegt werden.
Was gilt bei PKV und Minijob?
Minijobs bis 603 € (2026) haben eigene Pauschalregeln. PKV-Beschäftigte in Minijobs sind ungewöhnlich, aber möglich. Prüfe, ob GKV-Pflicht oder PKV vorliegt, und wende nicht pauschal die Minijob-Logik auf PKV-Zuschüsse an. Bei mehreren Jobs: Status mit Lohnbüro klären.
Welche Meldepflichten hat der Arbeitgeber bei PKV-Versicherten?
Du meldest Entgelte an die zuständige Stelle (nicht an die GKV-Kasse des AN), führst RV/ALV wie gewohnt ab und reichst bei Bedarf Entgeltmeldungen ein. Ohne gültigen PKV- und PV-Nachweis drohen Nachforderungen. Details zum Meldesystem: Krankenversicherung und Sozialversicherung.
Wer zahlt die Private Krankenversicherung bei Beamten?
Beamte sind nicht über den privaten Arbeitgeber GKV-pflichtig. Der Dienstherr gewährt Beihilfe; die PKV deckt den verbleibenden Anteil. In privaten Unternehmen betrifft dich das nur bei externen Beratern mit Beamtenstatus — dann gelten andere Regeln als bei § 257 für PKV-Angestellte.











