Onboarding ist der strukturierte Prozess, mit dem neue Mitarbeiter in ein Unternehmen eingeführt, fachlich eingearbeitet und sozial integriert werden. Ein gutes Onboarding steigert die Produktivität, reduziert Fluktuation und stärkt die Mitarbeiterbindung – vom ersten Arbeitstag an. In diesem Lexikon-Artikel findest du Definition, Ziele, Phasen, Checkliste und Best Practices für ein erfolgreiches Onboarding.
Der Begriff stammt aus dem Englischen („an Bord gehen“) und hat sich im deutschen HR-Bereich etabliert. Auf Deutsch spricht man oft von Einarbeitung – Onboarding geht aber weiter: Es umfasst nicht nur die fachliche Einarbeitung, sondern auch die soziale und kulturelle Integration sowie organisatorische Aspekte wie Vertragsunterlagen, Arbeitsplatz und IT-Zugänge.
Was ist Onboarding? Definition und Bedeutung
Onboarding bezeichnet den ganzheitlichen Prozess der Einführung neuer Mitarbeiter in ein Unternehmen. Dazu gehören die fachliche Einarbeitung, die soziale Integration ins Team, die Vermittlung von Unternehmenswerten und -abläufen sowie alle organisatorischen Schritte – von der Vertragsunterzeichnung bis zur Einrichtung des Arbeitsplatzes. Onboarding beginnt oft schon vor dem ersten Arbeitstag (Preboarding) und erstreckt sich typischerweise über die ersten drei bis zwölf Monate.
Was versteht man unter Onboarding? Der Begriff stammt aus dem Englischen („an Bord nehmen“) und beschreibt im HR-Kontext alle Maßnahmen, die einen neuen Mitarbeiter in die Organisation integrieren. Was fällt alles unter Onboarding? Neben der Einarbeitung in Aufgaben und Prozesse gehören dazu: Willkommenspaket, Vorstellung bei Kollegen, Einweisung in IT-Systeme, Einrichtung der digitalen Personalakte, Einarbeitungsplan, Feedbackgespräche und die Vermittlung der Unternehmenskultur. In der Gastronomie oder im Schichtbetrieb spielt auch die Einweisung in die Zeiterfassung und den Dienstplan eine Rolle – die digitale Personalakte und Schichtplanung von Ordio unterstützen dabei.
Ordio unterstützt HR-Teams dabei, Onboarding-Dokumente und Personalakten zentral zu verwalten – so bleiben Verträge, Zeugnisse und Einarbeitungsunterlagen übersichtlich. Eine strukturierte Ablage erleichtert auch die Zusammenarbeit zwischen Personalabteilung, Führungskraft und dem neuen Mitarbeiter.
Ziele des Onboardings
Die Ziele des Onboardings lassen sich in kurzfristige und langfristige unterteilen:
- Kurzfristig: Schnelle Produktivität, reibungslose Einarbeitung in Aufgaben und Abläufe, Vermeidung von Fehlern in der Anfangsphase
- Langfristig: Mitarbeiterbindung, Identifikation mit dem Unternehmen, Reduktion von Fluktuation, positive Employer-Experience
Studien zeigen: Gut onboardete Mitarbeiter sind schneller produktiv und bleiben länger im Unternehmen. Ein durchdachter Onboarding-Prozess zahlt sich aus – für beide Seiten. Die ersten 90 Tage gelten als kritische Phase: Wer in dieser Zeit gut begleitet wird, identifiziert sich stärker mit dem Unternehmen und wechselt seltener den Job. Umgekehrt steigt die Fluktuation, wenn der Start holprig verläuft – fehlende IT-Zugänge, unklare Ansprechpartner oder ein leerer Schreibtisch am ersten Tag wirken abschreckend. Die Kosten für schlechtes Onboarding (früher Austritt, lange Einarbeitungszeit) übersteigen oft die Investition in einen strukturierten Prozess – ein paar Stunden Planung sparen später viel Zeit und Geld.
Onboarding-Phasen: Der Prozess im Überblick
Der Onboarding-Prozess wird oft in drei bis fünf Phasen unterteilt. Welche Phasen gibt es? Welche 5 Phasen hat ein Onboarding? Die gängigsten Modelle umfassen drei Kernphasen; erweiterte Modelle ergänzen Preboarding und eine Langfrist-Phase. Im Folgenden die drei zentralen Phasen:
Phase 1: Preboarding – Vor dem ersten Arbeitstag
Bereits nach der Vertragsunterzeichnung beginnt das Preboarding: Willkommensmail, Informationen zum ersten Tag (Ankunftszeit, Ansprechpartner, Ablauf), Einladung zum Team, ggf. Zugang zu ersten Unterlagen oder Intranet. So fühlt sich der neue Mitarbeiter von Anfang an willkommen und kann Unsicherheiten abbauen. Ein kurzer Anruf oder Video-Call vor dem ersten Tag verstärkt den positiven Eindruck. Optional: Ein kleines Willkommenspaket (z.B. mit Firmenmerchandise) per Post oder digitaler Willkommensordner mit ersten Infos. Wenn möglich: Schicke Zugangsdaten für E-Mail und wichtige Tools schon vor dem ersten Tag – so kann der neue Mitarbeiter am ersten Morgen direkt loslegen.
Phase 2: Orientierung – Die ersten Tage
Am ersten Arbeitstag: Persönliche Begrüßung durch Führungskraft oder HR, Vorstellung bei Kollegen, Einrichtung des Arbeitsplatzes (Schreibtisch, IT, Zugänge), Rundgang durch die Räumlichkeiten, erste Einweisung in Abläufe und Kernprozesse. Ein Buddy oder Pate unterstützt bei Fragen und begleitet z.B. die Mittagspause. Wichtig: Alle Zugänge und Ausstattung sollten am ersten Tag bereitstehen – nichts ist frustrierender als ein leerer Schreibtisch oder fehlende Log-ins. In der Gastronomie oder im Schichtbetrieb: Zeige die Arbeitszeiterfassung und den Dienstplan – so weiß der neue Mitarbeiter von Anfang an, wie Schichten und Zeiten erfasst werden.
Phase 3: Integration – Die ersten Wochen und Monate
Fachliche Einarbeitung nach einem strukturierten Plan, regelmäßige Feedbackgespräche, schrittweise Übernahme von Verantwortung. Die Integration kann sich über drei bis zwölf Monate erstrecken – je nach Komplexität der Rolle. Ein 30-60-90-Tage-Plan mit konkreten Meilensteinen hilft, den Fortschritt zu messen. Nach 30 Tagen: Kurzes Feedbackgespräch – wie läuft die Einarbeitung? Nach 60 und 90 Tagen: Anpassung der Ziele, Klärung offener Fragen.
Manche Modelle ergänzen eine vierte Phase (Weiterentwicklung) oder fünfte Phase (Langfristige Bindung). Die Dauer hängt von Rolle und Branche ab – bei einfachen Tätigkeiten reichen wenige Wochen, bei komplexen Rollen oder Führungspositionen kann das Onboarding ein Jahr umfassen. In der Gastronomie oder im Einzelhandel mit hoher Fluktuation lohnt sich ein verkürztes, aber strukturiertes Onboarding: Kernabläufe, Zeiterfassung, Dienstplan und Sicherheitsunterweisung – kompakt und wiederholbar für jeden neuen Mitarbeiter. Im Büro oder in technischen Bereichen braucht es oft mehr Zeit: Einarbeitung in Software, Prozesse und Teamstrukturen. Passe die Dauer und Tiefe an die Rolle an – ein Aushilfskellner braucht anderes Onboarding als ein Softwareentwickler.
| Phase | Zeitraum | Kernmaßnahmen |
|---|---|---|
| Preboarding | Vor dem 1. Arbeitstag | Willkommensmail, Infos, erste Kontakte |
| Orientierung | Erste Tage | Begrüßung, Arbeitsplatz, IT, Teamvorstellung |
| Integration | 3–12 Monate | Einarbeitungsplan, Feedback, Verantwortungsübernahme |
Onboarding-Checkliste: Was gehört dazu?
Eine Onboarding-Checkliste strukturiert den Prozess und stellt sicher, dass nichts vergessen wird. Digitale Checklisten ermöglichen es, Aufgaben zu verteilen und den Fortschritt zu verfolgen – ideal für verteilte Teams. Was gehört in eine Onboarding-Mappe? Typische Inhalte:
- Vor dem ersten Tag: Vertrag, Willkommensmail, Infos zum ersten Tag, Ansprechpartner, ggf. Zugang zu Intranet oder Tools
- Erster Tag: Begrüßung, Arbeitsplatz, IT-Ausstattung, Schlüssel/Badge, Rundgang, Vorstellung im Team
- Erste Woche: Einarbeitungsplan, Einweisung in Kernprozesse, Buddy-Zuordnung, erste Feedbackrunde
- Erste Monate: Regelmäßige Feedbackgespräche, schrittweise Aufgabenübernahme, Teilnahme an Team-Events
Die Onboarding-Mappe kann digital oder physisch geführt werden – wichtig ist, dass alle relevanten Unterlagen (Vertrag, Zeugnisse, Einarbeitungsplan) zentral verfügbar sind. Mit einer digitalen Personalakte wie bei Ordio hast du alle Dokumente an einem Ort. Tipp: Teile die Checkliste mit dem neuen Mitarbeiter – so sieht er, was geplant ist, und kann offene Punkte ansprechen. Das schafft Transparenz und vermeidet das Gefühl, „irgendwo durchgereicht“ zu werden.
Onboarding vs Einarbeitung: Abgrenzung
Ist Onboarding gleich Einarbeitung? Nicht ganz. Einarbeitung fokussiert auf die fachliche Seite: Einarbeitung in Aufgaben, Prozesse und Tools. Onboarding ist breiter: Es umfasst Einarbeitung plus soziale Integration, kulturelle Einbindung, organisatorische Aspekte wie Verträge und IT-Ausstattung. Auf Deutsch sagt man oft „Einarbeitung“ – im HR-Kontext meint Onboarding den umfassenden Integrationsprozess.
Wie sagt man Onboarding auf Deutsch? „Einarbeitung“ ist die häufigste Übersetzung, greift aber zu kurz. „Mitarbeiterintegration“ oder „Einführung neuer Mitarbeiter“ trifft es besser. In der Praxis werden beide Begriffe oft synonym verwendet – wichtig ist, dass der Prozess ganzheitlich gedacht wird. Wer nur die fachliche Einarbeitung plant, vernachlässigt die soziale und kulturelle Seite – und riskiert, dass der neue Mitarbeiter sich nicht zugehörig fühlt.
Digitales und hybrides Onboarding
Immer mehr Unternehmen setzen auf digitales Onboarding: Willkommensvideos, Online-Checklisten, digitale Zugänge, E-Learning-Module. Bei Remote oder hybridem Arbeiten ist das besonders wichtig – der neue Mitarbeiter erhält alle Infos und Zugänge ohne physische Präsenz. Tools wie Slack, Teams oder spezielle Onboarding-Software unterstützen den Prozess. Ein zentrales Dokumentenmanagement vereinfacht die Bereitstellung von Verträgen, Handbüchern und Einarbeitungsunterlagen – der neue Mitarbeiter findet alles an einem Ort.
Herausforderungen: Soziale Integration fällt remote schwerer. Best Practices: Regelmäßige Videocalls, virtuelle Kaffeepausen, Buddy-System auch digital, klare Kommunikationskanäle. Ein fester Termin in der ersten Woche (z.B. virtueller Kaffee mit dem Buddy) schafft Anknüpfungspunkte. Eine digitale Personalakte hilft dabei, alle Unterlagen und Einarbeitungsdokumente bereitzustellen – unabhängig vom Standort. Ordio unterstützt mit zentraler Dokumentenverwaltung, sodass Verträge und Einarbeitungsunterlagen jederzeit abrufbar sind.
Für hybride Teams: Kombiniere digitale Tools mit gezielten Präsenzterminen – z.B. erster Tag vor Ort, danach flexible Mischung. So erlebt der neue Mitarbeiter die Unternehmenskultur direkt und kann trotzdem remote arbeiten. Wichtig: Alle Infos und Zugänge müssen auch digital verfügbar sein, damit niemand auf physische Unterlagen warten muss.
Best Practices: So gelingt ein gutes Onboarding
Was gehört zu einem guten Onboarding? Erfolgsfaktoren:
- Vor dem ersten Tag: Willkommensmail, Informationen zum Ablauf, Ansprechpartner nennen
- Arbeitsplatz bereit: Schreibtisch, IT, Zugänge – alles steht am ersten Tag
- Buddy oder Pate: Ein erfahrener Kollege unterstützt bei Fragen
- Einarbeitungsplan: Klare Ziele und Meilensteine für die ersten Wochen
- Regelmäßiges Feedback: Kurze Gespräche in den ersten Wochen
- Willkommenskultur: Team vorstellen, zum Mittagessen einladen, in Meetings einbinden
Wie mache ich ein gutes Onboarding? Planung ist entscheidend – ein strukturierter Ablauf verhindert, dass etwas vergessen wird. Typische Fehler: den ersten Tag ohne Vorbereitung angehen, den neuen Mitarbeiter allein lassen oder Feedbackgespräche vergessen. Die Personalabteilung koordiniert oft den Prozess, die Führungskraft und der Buddy übernehmen die operative Begleitung. Ein 30-60-90-Tage-Plan mit konkreten Meilensteinen hilft, den Fortschritt zu messen und Lücken früh zu erkennen.
Typische Fehler vermeiden: Kein Willkommenspaket oder -mail vor dem ersten Tag, fehlende IT-Zugänge am Start, unklare Ansprechpartner, Überforderung in der ersten Woche (zu viele Infos auf einmal), fehlende Feedbackgespräche. Wer diese Punkte beachtet, reduziert das Risiko von frühem Austritt deutlich. Ein weiterer Fehler: den neuen Mitarbeiter sofort mit Vollzeit-Aufgaben zu überlasten. Besser: Schrittweise Steigerung – in der ersten Woche vor allem Kennenlernen und Orientierung, danach langsam mehr Verantwortung.
Rollen und Verantwortlichkeiten
Beim Onboarding wirken mehrere Akteure zusammen:
- HR/Personalabteilung: Koordination, Verträge, IT-Zugänge, organisatorische Abläufe
- Führungskraft: Einarbeitungsplan, fachliche Einweisung, Feedbackgespräche
- Buddy/Mentor: Ansprechpartner für Alltagsfragen, soziale Integration
- Teammitglieder: Vorstellung, Einbindung in Abläufe
Klare Verantwortlichkeiten und eine Checkliste sorgen dafür, dass alle wissen, was wann zu tun ist. Ohne definierte Rollen passiert es schnell, dass niemand die Einweisung übernimmt oder der neue Mitarbeiter zwischen HR und Führungskraft hin- und hergereicht wird. Ein Kick-off-Meeting am ersten Tag mit HR, Führungskraft und Buddy schafft Klarheit. Der Buddy sollte idealerweise aus dem gleichen Team kommen – so kann er fachliche und soziale Fragen beantworten und den neuen Mitarbeiter in informelle Abläufe einweisen.
Onboarding messen und verbessern
Wie gut funktioniert dein Onboarding? Einfache Kennzahlen: Zeit bis zur vollen Produktivität, Fluktuation in den ersten 12 Monaten, Mitarbeiterzufriedenheit (z.B. Pulse-Survey nach 30 oder 90 Tagen). Qualitative Rückmeldungen: Kurzes Feedbackgespräch oder anonyme Umfrage – was hat gefehlt, was war hilfreich? So erkennst du Lücken und kannst den Prozess iterativ verbessern. Ein Onboarding, das nie überprüft wird, veraltet schnell. Tipp: Vergleiche die Kennzahlen über Zeit – sinkt die Fluktuation in den ersten Monaten nach Einführung eines strukturierten Onboardings, wirkt es. Dokumentiere die Ergebnisse und nutze sie für die nächste Überarbeitung der Checkliste.
Rechtliche Aspekte und Compliance
Beim Onboarding sind rechtliche und datenschutzrechtliche Aspekte zu beachten: Vertragsunterlagen, Datenschutzerklärung, Einwilligungen für Verarbeitung personenbezogener Daten, Arbeitssicherheitsunterweisung. Dokumente sollten sicher und nachvollziehbar abgelegt werden – ein zentrales Dokumentenmanagement und eine digitale Personalakte unterstützen die Compliance.
Konkret gehören dazu: Unterzeichnung des Arbeitsvertrags, Aushändigung von Betriebsvereinbarungen, Einweisung in Arbeitssicherheit und Brandschutz, DSGVO-konforme Verarbeitung von Personaldaten. Bei internationalen Mitarbeitern können zusätzlich Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse relevant sein. Eine zentrale Ablage aller Onboarding-Dokumente erleichtert spätere Prüfungen und Nachweise. Die digitale Personalakte von Ordio speichert Verträge, Zeugnisse und Einarbeitungsunterlagen revisionssicher – so erfüllst du Dokumentationspflichten ohne Papierchaos. Die Arbeitssicherheitsunterweisung muss dokumentiert werden; ohne Nachweis kann das bei einem Unfall problematisch werden. Plane sie daher fest in die Onboarding-Checkliste ein.
Fazit
Onboarding ist mehr als Einarbeitung: Es umfasst die ganzheitliche Integration neuer Mitarbeiter – fachlich, sozial und organisatorisch. Ein strukturierter Prozess mit klaren Phasen, Checkliste und definierten Rollen steigert die Produktivität und Mitarbeiterbindung.
Digitales und hybrides Onboarding erfordern angepasste Maßnahmen – die Grundprinzipien bleiben: Willkommen heißen, informieren, einbinden und regelmäßig Feedback geben. Investition in gutes Onboarding zahlt sich aus: Schnellere Produktivität, geringere Fluktuation und zufriedenere Mitarbeiter. Mit digitalen Tools wie Checklisten, Dokumentenmanagement und digitaler Personalakte kannst du den Prozess schlank halten und trotzdem nichts vergessen. Starte mit einer einfachen Checkliste und erweitere sie schrittweise – Perfektion von Tag eins ist nicht nötig.