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Lexikon

Stechuhr: Definition, Pflicht & digitale Zeiterfassung

Hady ElHadyVeröffentlicht 8 Min. Lesezeit
Stechuhr: Definition, Pflicht & digitale Zeiterfassung | Ordio

Häufige Fragen zu Stechuhr

Was ist eine Stechuhr?

Eine Stechuhr erfasst, wann Beschäftigte Arbeit beginnen und beenden und wann sie Pausen machen – per Karte, Terminal, App oder Browser. Umgangssprachlich sagst du Stechuhr; in Verträgen steht oft Stempeluhr. Für HR zählt der belastbare Arbeitszeitnachweis, nicht das Hardware-Modell.

Ist eine Stechuhr Pflicht?

Eine mechanische Stechuhr musst du nicht anschaffen. Seit dem BAG-Beschluss vom 13. September 2022 musst du als Arbeitgeber die tägliche Arbeitszeit objektiv, verlässlich und zugänglich erfassen. Stechuhr, App, Terminal oder sorgfältige Aufzeichnungen sind zulässig, wenn du einen belastbaren Arbeitszeitnachweis bei Prüfungen vorlegen kannst.

Was ist der Unterschied zwischen Stechuhr und Stempeluhr?

Inhaltlich kein Unterschied: Stechuhr ist umgangssprachlich, Stempeluhr der häufigere Fachbegriff in Verträgen und Handbüchern. Beide meinen Ein- und Ausstempeln von Arbeitszeiten und Pausen am gleichen Ort. Geschichte, Arten und Platzierung im Betrieb findest du ausführlich im Lexikon Stempeluhr.

Was kostet eine Stechuhr?

Mechanische Uhren liegen oft bei 200–500 € plus Karten. Terminals kosten häufig 500–1.500 € und mehr. Software- oder App-Lösungen laufen als monatliches Abo pro Nutzer ohne hohe Anschaffung. Wächst dein Team, sind digitale Stechuhren oft günstiger als mehrere Hardware-Uhren am Eingang.

Was ist eine digitale Stechuhr?

Eine digitale Stechuhr erfasst Zeiten per Software: Smartphone-App, Browser oder Terminal. Sie ersetzt Stempelkarten, speichert zentral und unterstützt Auswertungen für Lohn und Arbeitszeitkonto. In Schichtbetrieben mit mehreren Standorten sparst du oft teure Hardware am Eingang und hältst Pausen- sowie Überstundenregeln für alle Teams einheitlich.

Gibt es eine Stechuhr App?

Ja. Eine Stechuhr App für iOS oder Android lässt dein Team ein- und ausstempeln; Pausen buchst du separat. Für Außendienst oder Homeoffice nutzt du individuelle Logins oder Standortregeln. Wichtig sind revisionssichere Daten und ein Export für die Lohnabrechnung.

Ist der Weg von der Stechuhr zum Arbeitsplatz Arbeitszeit?

In der Regel nein. Die Arbeitszeit beginnt mit der tatsächlichen Tätigkeit; der Weg von der Stechuhr zum Arbeitsplatz gilt als innerbetrieblicher Weg und zählt nicht automatisch als bezahlte Zeit. Ausnahmen können Tarif oder Betriebsvereinbarung regeln. Grenzfälle solltest du schriftlich festhalten, damit du bei Streit nicht nur auf Gewohnheit verweist.

Was bedeutet das Stechuhr-Urteil?

Damit ist umgangssprachlich die Arbeitszeiterfassungspflicht gemeint – nach EuGH-Rechtsprechung und dem BAG (13.09.2022, 1 ABR 22/21). Es geht um die Pflicht, tägliche Arbeitszeiten objektiv zu dokumentieren und auf Verlangen vorzulegen – unabhängig davon, ob du App, Terminal oder Papier nutzt. Eine mechanische Stechuhr ist dafür nicht vorgeschrieben.

Muss die Stechuhr biometrisch sein?

Nein. Biometrie ist keine gesetzliche Pflicht. Finger- oder Gesichtserkennung kann geteilte PINs erschweren, ist aber datenschutzrechtlich sensibel und braucht oft die Zustimmung des Betriebsrats. Individuelle Logins, Chip oder PIN reichen oft aus – mit der klaren Regel, dass niemand für Kollegen stempelt.

Welche Stechuhr eignet sich für Kleinbetriebe?

Oft reicht eine digitale Stechuhr per App statt teurer Terminal-Hardware am Eingang. Du brauchst einfache Bedienung, personenbezogene Konten und einen Export für die Lohnabrechnung. Kläre zuerst Pausen- und Überstundenregeln im Team, dann erfüllst du die BAG-Anforderungen ohne teures Overkill.

Stechuhr und Datenschutz – was gilt?

Arbeitszeitdaten sind personenbezogen. Informiere Beschäftigte über Zweck und Speicherdauer; sie haben Einsichtsrechte auf ihre Einträge. Bei Biometrie gelten DSGVO und oft die Mitbestimmung des Betriebsrats. Verschlüsselung, AVV mit dem Anbieter und rollenbasierter Zugriff sind bei professionellen Systemen üblich.

Kann die Stechuhr Urlaub und Krankheit erfassen?

Ja, viele Systeme buchen neben Kommen und Gehen auch Urlaub und Krankheit als eigene Abwesenheiten im Zeitkonto. Die Stechuhr ersetzt keine vollständige HR-Software, erleichtert aber den Plan-Ist-Abgleich mit dem Dienstplan und zeigt Lücken in der Besetzung früher als Excel-Listen.