Ratgeber
Krankmeldung per WhatsApp: Erlaubt, Formulierung & Datenschutz

Kurzantwort: Eine Krankmeldung per WhatsApp ist grundsätzlich möglich, weil das Gesetz keine feste Form vorschreibt – dein Arbeitgeber darf aber Kanal und Ansprechpartner verbindlich regeln. Die Nachricht muss unverzüglich am ersten Krankheitstag an die richtige Person gehen und Arbeitsunfähigkeit plus voraussichtliche Dauer enthalten. Grundlagen zu Fristen und Pflichten findest du im Lexikon: Krankmeldung.
Viele Teams in Gastro, Einzelhandel oder Pflege nutzen WhatsApp im Alltag – trotzdem ist unklar, ob eine Krankmeldung dort „zählt“. Hier erfährst du, wann der Messenger passt, wie du sachlich formulierst, was beim Datenschutz zählt und welche Regeln Arbeitgeber festlegen sollten.
Ist Krankmeldung per WhatsApp erlaubt?
Ja, in vielen Betrieben – aber nur, wenn dein Arbeitgeber diesen Weg akzeptiert oder nichts anderes vorgibt. Nach § 5 EFZG musst du die Arbeitsunfähigkeit und ihre voraussichtliche Dauer unverzüglich mitteilen. Das Gesetz nennt kein Medium: Telefon, E-Mail, SMS oder Messenger sind grundsätzlich denkbar.
Maßgeblich ist nicht, ob die Nachricht „gelesen“ wurde, sondern ob sie rechtzeitig bei der zuständigen Stelle eingeht. Im Schichtbetrieb heißt das oft: vor Dienstbeginn, nicht erst wenn die Küche oder die Filiale schon läuft.
Wichtig: Erlaubt heißt nicht automatisch empfohlen. Steht im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung, dass du telefonisch die Personalabteilung erreichst, reicht eine WhatsApp an einen Kollegen nicht aus.
Was gilt rechtlich bei der Krankmeldung?
Die Krankmeldung ist die Anzeige deiner Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber – nicht die ärztliche Bescheinigung. Du musst also zuerst melden, dass du heute nicht arbeiten kannst; die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) folgt in der Regel ab dem vierten Kalendertag (oder früher, wenn vereinbart).
§ 5 EFZG und Formfreiheit
Entscheidend sind zwei Ebenen: die gesetzliche Anzeigepflicht (inhaltlich: arbeitsunfähig, Beginn, voraussichtliche Dauer) und die betriebliche Ausgestaltung. Der Arbeitgeber kann verlangen, dass die Meldung an eine bestimmte Stelle geht oder ein bestimmtes Medium nutzt – solange das zumutbar ist.
Form und Adressat im Betrieb
Prüfe Arbeitsvertrag, Dienstvereinbarung oder Hinweise im Intranet. Wenn dort „Krankmeldung telefonisch an die Schichtleitung“ steht, ist WhatsApp nur dann in Ordnung, wenn die Schichtleitung diesen Kanal ausdrücklich nutzt oder du vorher eine Ausnahme klärst.
Weitere Sonderfälle zur Krankmeldung per WhatsApp
Neben der Grundfrage „erlaubt oder nicht?“ tauchen im Alltag weitere Situationen auf: falscher Kanal, Minijob, Homeoffice, Vertretung oder Nachweis. Die folgenden Punkte ergänzen das Muster und die Kanalwahl – ohne die Grundlagen im Lexikon Krankmeldung noch einmal breit zu wiederholen.
Was passiert, wenn WhatsApp nicht erlaubt ist?
Wenn du dich entgegen der betrieblichen Vorgabe nur per WhatsApp meldest, kann der Arbeitgeber die Meldung als nicht erfolgt werten. Dann droht im Extremfall der Verlust der Entgeltfortzahlung für die betroffenen Tage oder eine Abmahnung. Im Zweifel kurz anrufen oder eine E-Mail nachschicken – und beim nächsten Gespräch klären, welcher Kanal künftig gilt.
Minijobber und Aushilfen
Auch für Minijobber gilt die Anzeigepflicht unverzüglich. WhatsApp ist nur dann ein gangbarer Weg, wenn der Betrieb ihn für alle Beschäftigten gleichermaßen vorsieht. Fragen zu Beschäftigungsart und Meldepflicht klärst du bei Bedarf mit dem Minijob-Rechner oder HR. In der Gastronomie mit wechselnden Aushilfen lohnt sich ein einheitlicher Kanal, damit niemand im Stoß „nur kurz“ in den Gruppenchat schreibt.
Homeoffice und mobile Arbeit
Ob du im Büro, im Homeoffice oder unterwegs arbeitest: Du musst dich krank melden, sobald du am Arbeitstag nicht leistungsfähig bist. „Ich wäre eh nur am Laptop“ befreit nicht von der Anzeige. WhatsApp kann hier praktisch sein – vorausgesetzt, HR oder die Führungskraft den Kanal nutzt.
Telefonische Krankschreibung seit 2025
Seit 2025 ist die telefonische Krankschreibung bei Bagatellerkrankungen dauerhaft möglich – das betrifft die AU beim Arzt, nicht deine Meldung beim Arbeitgeber. Du meldest dich trotzdem zuerst beim Arbeitgeber (z. B. per WhatsApp), holst dir die AU telefonisch oder in der Praxis und teilst mit, dass eine Bescheinigung vorliegt. Mehr zur eAU findest du bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.
Stellvertretung durch Partner oder Familie
Wenn du nicht selbst schreiben oder anrufen kannst, darf eine Vertrauensperson in deinem Auftrag melden – auch per WhatsApp, wenn der Kanal erlaubt ist. Die Nachricht muss klar deinen Namen und die Arbeitsunfähigkeit enthalten; der Arbeitgeber sollte wissen, wer die Meldung übermittelt hat.
Bestätigung und Nachweis
WhatsApp zeigt Lesebestätigungen nur, wenn beide Seiten sie aktiviert haben. Bittest du um eine kurze Antwort („zur Kenntnis“), hast du einen zusätzlichen Nachweis. Alternativ sendest du parallel eine E-Mail an die HR-Adresse mit dem gleichen Text – besonders sinnvoll, wenn dein Chef WhatsApp selten prüft.
Integration in die Personalplanung
Für Betriebe mit wechselnden Schichten reicht eine Chat-Nachricht oft nicht für die Einsatzplanung. Wer Schichtplanung und Abwesenheiten digital verbindet, sieht Krankmeldungen dort, wo auch Vertretungen organisiert werden – statt in verstreuten Chats. Das reduziert Doppelanrufe und „Wusste ich nicht“-Situationen am Morgen.
Was Arbeitnehmer fragen sollten
Vor der ersten Erkrankung im neuen Job: An wen genau? Welche Nummer oder welches Tool? Bis wann vor Schichtbeginn? Ist WhatsApp ausdrücklich erlaubt oder nur geduldet? Gibt es eine Notfallnummer, wenn der Vorgesetzte im Urlaub ist? Diese Fragen in der Einarbeitung zu klären spart Stress im Krankheitsfall.
Was HR dokumentieren sollte
Nicht jede WhatsApp-Nachricht muss in der Personalakte landen – aber der Prozess sollte nachvollziehbar sein: Zeitpunkt der Meldung, erfasste Fehltage, Vorliegen der AU. Zentrale Systeme vermeiden, dass nur ein einzelner Vorgesetzter Chats auf dem privaten Handy hortet.
Wann WhatsApp sinnvoll ist – und wann nicht
Wenn du unsicher bist, ob dein Betrieb WhatsApp akzeptiert, gilt als Faustregel: Was schriftlich in Vertrag, Dienstvereinbarung oder einem HR-Schreiben steht, geht vor der Gewohnheit im Team. Eine stillschweigend geduldete Chat-Gruppe ersetzt keine klare Weisung. Dokumentiere für dich selbst Datum, Uhrzeit und Empfänger der Meldung – besonders, wenn du zum ersten Mal den Messenger nutzt.
WhatsApp ist schnell, wenn du kaum sprechen kannst oder niemanden anstecken willst. Problematisch wird es, wenn die Nachricht im Team-Chat landet, der Chef sie erst nach Schichtbeginn liest oder du eine private Nummer ohne Lesebestätigung nutzt.
| Kanal | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|
| Telefon | Direktes Gespräch, schnelle Rückfragen | Schwer nachweisbar, unangenehm bei Heiserkeit |
| Dokumentiert, formell | Wird im Feiertags-/Frühdienst-Postfach übersehen | |
| Schnell, wenig Aufwand | Gruppenchat, private Nummer, Datenschutz | |
| Abwesenheits-App / Portal | Nachweis, Workflow, HR sieht es zentral | Nur wenn der Betrieb ein System nutzt (z. B. Abwesenheiten in Ordio) |
- Kein Gruppenchat: Melde dich direkt an Vorgesetzte oder HR – nicht in die Team-WhatsApp-Gruppe.
- Erreichbarkeit: Die Meldung sollte vor deinem üblichen Arbeitsbeginn bei der zuständigen Person ankommen.
- Schichtbetrieb: Wenn dein Dienst um 6:00 beginnt, zählt „unverzüglich“ früh – nicht erst um 9:00.
Ob dein Arbeitgeber WhatsApp akzeptiert, steht selten nur im Gesetz, sondern in Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung und gelebter Praxis. Wenn Schichtpläne ohnehin per Messenger gehen, ist ein Rückkanal für Krankmeldungen naheliegend – HR sollte das aber schriftlich festhalten. Erlaubt sind auch Mischformen: zuerst WhatsApp, parallel oder direkt danach eine E-Mail an HR.
So formulierst du eine Krankmeldung per WhatsApp (Muster)
Halte die Nachricht sachlich. Du musst keine Diagnose nennen. Pflicht sind: Hinweis auf Arbeitsunfähigkeit, Beginn (heute) und voraussichtliche Dauer.
- Name: Vor- und Nachname (nicht nur Spitzname im Chat).
- Arbeitsunfähigkeit: klar formulieren („ich bin heute arbeitsunfähig“).
- Beginn: Datum des ersten Fehltags (meist heute).
- Dauer: voraussichtliche Dauer oder Rückmeldung nach Arztbesuch.
- Keine Diagnose, sofern nicht ausdrücklich verlangt.
Muster (WhatsApp):
„Guten Morgen [Name], hier ist [Vorname Nachname]. Ich bin heute, [Datum], arbeitsunfähig erkrankt und kann nicht zur Arbeit kommen. Voraussichtliche Dauer: [X Tage / bis Freitag]. Ich melde mich, sobald ich einen Arzttermin habe / die AU vorliegt. Grüße, [Name]“
Als Krankmeldung-WhatsApp-Vorlage kannst du den Muster-Text oben kopieren und nur Name, Datum und Dauer anpassen. Eine Word-Datei ist rechtlich nicht nötig – entscheidend sind Inhalt, Zeitpunkt und der richtige Empfänger.
E-Mail-Fallback (wenn WhatsApp unsicher ist): gleicher Inhalt mit Betreff „Krankmeldung – [Name] – [Datum]“ an die offizielle HR-Adresse.
Krankmeldung vs. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung per Messenger
Verwechslung vermeiden: Die Krankmeldung an den Arbeitgeber ist deine Mitteilung. Die AU stellt der Arzt aus; seit 2023 holt der Arbeitgeber die elektronische AU (eAU) bei der Krankenkasse ab. Du informierst den Arbeitgeber, dass eine AU vorliegt – du musst in der Regel kein Foto des gelben Scheins per WhatsApp schicken.
| Krankmeldung (WhatsApp o. ä.) | AU / eAU | |
|---|---|---|
| Wer | Du an den Arbeitgeber | Arzt an Krankenkasse; AG ruft ab |
| Wann | Am 1. Krankheitstag, unverzüglich | Ab 4. Tag (3 Kalendertage), ggf. früher |
| Inhalt | Arbeitsunfähig + Dauer | Medizinischer Nachweis (ohne Diagnose für AG) |
Bei längerer Krankheit oder rückwirkenden Fällen hilft die Einordnung im Artikel Rückwirkend krankschreiben.
Datenschutz: WhatsApp und Gesundheitsdaten
Krankmeldungen sind Gesundheitsdaten im Sinne der DSGVO. Private WhatsApp-Chats auf dem privaten Handy sind für Arbeitgeber oft schwer kontrollierbar; deshalb bevorzugen viele Betriebe dienstliche Kanäle oder eine Abwesenheitsverwaltung.
Praxis: Eine kurze Meldung „ich bin heute krank“ enthält trotzdem Gesundheitsdaten. Speichere keine unnötigen Details in Chats, nutze keine Gruppen mit vielen Empfängern und lösche nicht die Nachweispflicht des Arbeitgebers – dokumentierte Systeme sind für beide Seiten oft sicherer.
Für Arbeitgeber zählt nicht nur, ob WhatsApp genutzt wird, sondern wie Daten verarbeitet werden: Wer speichert Chats, wie lange, und wer hat Zugriff? Eine Business-WhatsApp oder ein dienstliches Handy mit klarer Nutzungsregel ist oft einfacher zu begründen als private Chats auf dem privaten Gerät des Vorgesetzten. Bei größeren Teams lohnt sich die Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten – vor allem, wenn Krankmeldungen dauerhaft in Nachrichtenverläufen hängen bleiben.
- Dienst-WhatsApp vs. privat: Kläre, ob eine Firmennummer oder Business-WhatsApp vorgesehen ist.
- Keine Diagnose in der Meldung – auch nicht „grippe“ oder „migräne“, wenn nicht nötig.
- AU-Fotos per Messenger vermeiden; reicht meist die Mitteilung, dass eine eAU vorliegt.
Für Arbeitgeber: Regeln festlegen und dokumentieren
Wenn du HR oder Geschäftsführung bist, reduzierst du Streit, wenn der Kanal klar ist. Wer Urlaub und Krankmeldungen in einem System abbilden will, braucht vor allem einen nachvollziehbaren Prozess – nicht viele parallele Chats.
Was in eine Betriebsvereinbarung oder Weisung gehört
Formuliere mindestens: erlaubte Kanäle (Telefon, E-Mail, App, WhatsApp), konkrete Empfänger (Name, Rufnummer, E-Mail), späteste Meldezeit vor Schichtbeginn, Verbot von Team-Gruppenchats für Krankmeldungen, Umgang mit Vertretung (wer meldet sich, wenn die Schichtleitung im Urlaub ist) und Hinweis auf eAU-Abruf ab dem vierten Kalendertag. Mitarbeitende sollten die Regel bei Einstellung schriftlich bestätigen – nicht nur mündlich in der Einweisung.
Digitaler Kanal statt Privatchat
Wenn du ohnehin Abwesenheiten digital erfasst, nutze denselben Kanal für Krankmeldungen. Das entlastet Vorgesetzte, die sonst nachts Chats auf dem privaten Handy lesen, und erleichtert Auswertungen zu Fehlzeiten ohne Screenshots zu sammeln.
- Lege in Vertrag oder Betriebsvereinbarung fest: erlaubte Kanäle (Telefon, E-Mail, App), Ansprechpartner, Uhrzeit „vor Schichtbeginn“.
- Schließe Team-Gruppen für Krankmeldungen aus.
- Dokumentiere Meldungen zentral – z. B. über Ordio Abwesenheiten oder die Mitarbeiter-App, damit Schichtplanung und Fehlzeiten stimmen.
- Informiere über eAU-Abruf und Fristen für Folgebescheinigungen.
Ähnliche Formfragen bei Urlaub behandelt der Ratgeber Urlaubsantrag stellen – dort siehst du, wie klare Kanäle Missverständnisse vermeiden.
Häufige Fehler vermeiden
- Meldung nur an Kollegen statt an Vorgesetzte oder HR
- Zu spät senden – nach offiziellem Arbeitsbeginn ohne vorherige Absprache
- Keine voraussichtliche Dauer angeben
- WhatsApp nutzen, obwohl der Vertrag Telefon verlangt
- Verwechslung: Meldung erledigt, aber keine AU ab Tag 4
- Keine Lesebestätigung oder E-Mail-Bestätigung, wenn der Betrieb unsicher ist
Bei wiederholten Verstößen kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung für die betroffenen Tage verweigern oder abmahnen – Details im Lexikon Krankmeldung.
Typisch im Schichtbetrieb: Die Meldung geht an den Kollegen von gestern, nicht an die Person, die heute die Schicht verantwortet. Oder die Nachricht liegt auf „gelesen“, aber niemand trägt den Fehltag im System ein – am Nachmittag fehlt noch die Vertretung. Ein kurzer Anruf oder eine zweite Nachricht an HR kann solche Lücken schließen, ohne dass du deine Rechte auf Entgeltfortzahlung riskierst.
Krankmeldung per WhatsApp und der Betriebsrat
Wenn ein Betriebsrat existiert, können Mitbestimmungsfragen relevant werden, sobald der Arbeitgeber ein neues Meldeverfahren einführt – etwa die Pflicht zu einer bestimmten App oder das Verbot privater Messenger. Für die einzelne Krankmeldung am Morgen bleibt es meist bei der Frage: Hält sich der Beschäftigte an die vereinbarte Form? Der Betriebsrat kann aber helfen, wenn Vorgaben unklar oder unzumutbar sind.
Praktisch bedeutet das: Wenn plötzlich „nur noch WhatsApp“ gefordert wird, ohne klare Regeln zu Speicherung und Empfängern, lohnt sich Rücksprache. Für dich als Beschäftigten reicht oft die Frage an HR: „Ist WhatsApp für Krankmeldungen offiziell erlaubt – und an welche Nummer?“
Probezeit und wiederholte Erkrankung
In der Probezeit gelten dieselben Meldepflichten. Eine verspätete oder falsche WhatsApp-Meldung kann dort schneller auffallen, weil das Arbeitsverhältnis noch jung ist. Wiederholte Formfehler – nicht die Krankheit selbst – können arbeitsrechtlich eskalieren. Deshalb: Kanal klären, Muster nutzen, bei Unsicherheit zusätzlich anrufen. Arbeitgeber dürfen dich wegen Krankheit nicht benachteiligen – sie müssen die Meldung aber nachweisen können. Bei technischen Problemen (kein Empfang, falscher Chat) wähle sofort einen alternativen Weg.
Speichere wichtige Chat-Verläufe oder bitte um eine kurze schriftliche Bestätigung. So bleibt die Meldung nachweisbar, falls später über Form oder Zeitpunkt gestritten wird.
Urlaub, Wochenende und Feiertage
Wenn der vierte Krankheitstag auf einen Sonn- oder Feiertag fällt, verschiebt sich die Frist für die AU auf den nächsten Werktag – die Meldepflicht am ersten Tag bleibt aber bestehen.
Planst du eine längere Erkrankung über mehrere Wochenenden, informiere HR auch über voraussichtliche AU-Termine – unabhängig vom Messenger. Erkrankst du am Wochenende vor einem Montag-Dienst, melde dich, sobald klar ist, dass du am Montag nicht kommen kannst – auch per WhatsApp, wenn erlaubt. Erkrankst du im Urlaub, informierst du den Arbeitgeber ebenfalls unverzüglich; die AU kann Urlaubstage unter Umständen nicht verbrauchen. Die gleiche Logik wie bei einer normalen Krankmeldung gilt, unabhängig vom Kanal.
Fazit
Krankmeldung per WhatsApp kann rechtlich in Ordnung sein, wenn Inhalt, Timing und Empfänger stimmen und dein Arbeitgeber den Kanal akzeptiert. Für Nachweis und Datenschutz sind dokumentierte Wege oft besser – besonders im Schichtbetrieb. Kläre die Regeln im Voraus und nutze das Muster aus diesem Artikel.
Bei Unsicherheit gilt: lieber einmal zu viel kommunizieren als zu wenig – und den Kanal schriftlich bestätigen lassen. Für HR lohnt sich ein klarer Standard: ein Kanal, ein Ansprechpartner, eine Dokumentation – statt vieler paralleler Chats.
Vertiefst du das Thema Krankmeldung allgemein, findest du Fristen und Rechtsfolgen im Lexikon Krankmeldung; für digitale Prozesse im Team sieh dir Ordio Abwesenheiten an.
Stand der Angaben: 2026.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir in diesem Blogbeitrag die männliche Form gewählt.
Häufige Fragen zu Krankmeldung per WhatsApp
Was muss in einer WhatsApp-Krankmeldung stehen?
In deiner WhatsApp-Nachricht an Vorgesetzte oder HR nennst du klar deinen Namen, dass du heute arbeitsunfähig bist und wie lange du voraussichtlich fehlst. Eine Diagnose musst du nicht schreiben. Sende die Meldung als Direktchat – nicht in den Team-Gruppenchat. Ein kopierbares Muster findest du im Abschnitt „So formulierst du eine Krankmeldung per WhatsApp“.
Welche Alternative zu WhatsApp empfiehlt sich im Schichtbetrieb?
Wenn du unsicher bist, ob eine Krankmeldung per WhatsApp zählt, nutze parallel Telefon oder E-Mail an die offizielle HR-Adresse. Im Schichtbetrieb helfen zentrale Kanäle wie Ordio Abwesenheiten: Krankmeldungen und Vertretungen liegen im gleichen System wie der Schichtplan – ohne verstreute Chats und ohne Gruppenchat.
Wann zählt eine Krankmeldung per WhatsApp rechtlich?
Eine Krankmeldung per WhatsApp zählt, wenn dein Arbeitgeber den Kanal akzeptiert oder keine andere Form vorschreibt, die Nachricht unverzüglich am ersten Krankheitstag bei der zuständigen Person ankommt und Arbeitsunfähigkeit plus voraussichtliche Dauer enthält. § 5 EFZG verlangt keine bestimmte App. Steht im Vertrag „telefonisch an HR“, reicht WhatsApp nicht. Mehr zu Fristen im Lexikon Krankmeldung.
Darf ich mich in die WhatsApp-Gruppe krankmelden?
Du solltest dich nicht in der Team-WhatsApp-Gruppe krankmelden. Eine Krankmeldung per WhatsApp gehört in einen direkten Chat mit Vorgesetzten oder Personalabteilung – sonst fehlt Vertrauligkeit, Kollegen sehen Gesundheitsdaten, und dein Chef kann die Nachricht übersehen. Wenn dein Betrieb WhatsApp erlaubt, kläre vorher die richtige Nummer und bitte um eine kurze Bestätigung.
Kann ich die AU per WhatsApp schicken?
Deine Krankmeldung per WhatsApp betrifft nur die Anzeige beim Arbeitgeber. Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) stellt der Arzt aus; seit der eAU holt der Arbeitgeber sie bei der Krankenkasse ab. Ein Foto des gelben Scheins per Messenger ist meist unnötig und datenschutzrechtlich heikel. Informiere HR lieber, dass eine AU vorliegt oder folgt.
Ist WhatsApp für Krankmeldungen datenschutzkonform?
Auch eine kurze Krankmeldung per WhatsApp enthält Gesundheitsdaten nach DSGVO. Private Chats auf dem privaten Handy sind für Arbeitgeber schwer kontrollierbar – deshalb nutzen viele Betriebe E-Mail, Telefon oder eine Abwesenheits-App. Kläre mit HR, ob dienstliche WhatsApp oder ein anderes Medium vorgesehen ist, und vermeide Gruppenchats sowie unnötige Diagnosen in der Nachricht.
Darf der Arbeitgeber WhatsApp für Krankmeldungen verbieten?
Ja. Dein Arbeitgeber darf Form und Adressat für die Krankmeldung verbindlich festlegen – in Arbeitsvertrag, Dienstvereinbarung oder Betriebsvereinbarung. Dann musst du dich daran halten, auch wenn du privat täglich per WhatsApp schreibst. Wenn WhatsApp nicht erlaubt ist, melde dich telefonisch oder per E-Mail und kläre beim nächsten Gespräch, welcher Kanal künftig gilt.
Gibt es eine Vorlage für Krankmeldung per WhatsApp?
Ja: Eine Krankmeldung-WhatsApp-Vorlage braucht kein Word-Dokument – du kopierst einen kurzen Mustertext mit Name, Datum, Arbeitsunfähigkeit und voraussichtlicher Dauer. Im Ratgeber findest du ein fertiges Muster inklusive E-Mail-Fallback, falls WhatsApp im Betrieb nicht sicher erlaubt ist. Entscheidend sind Inhalt, Timing und der richtige Empfänger, nicht das Dateiformat.
Was passiert bei verspäteter Krankmeldung per WhatsApp?
Kommt deine Krankmeldung per WhatsApp zu spät oder liest sie niemand vor Arbeitsbeginn, kann der Arbeitgeber die Meldung als nicht erfolgt werten. Das kann die Entgeltfortzahlung für die betroffenen Tage gefährden oder eine Abmahnung nach sich ziehen. Im Zweifel rufst du zusätzlich an oder sendest E-Mail mit gleichem Inhalt – besonders im Frühdienst oder am Wochenende vor Montag.
Gilt WhatsApp-Krankmeldung auch in der Probezeit?
Ja: Die Anzeigepflicht gilt von Tag eins der Probezeit – auch per WhatsApp, wenn der Kanal erlaubt ist. Formfehler fallen dort oft stärker auf als die Erkrankung selbst. Kläre vor der ersten Krankheit Ansprechpartner, Nummer und Uhrzeit „vor Schichtbeginn“. Bei Unsicherheit bitte um schriftliche Bestätigung des Kanals oder ruf kurz an.











