Ratgeber
Urlaubsanspruch Minijob 2026: berechnen & Rechner

Kurz gesagt: Minijobber und Aushilfen in geringfügiger Beschäftigung haben denselben gesetzlichen Urlaubsanspruch wie Vollzeitkräfte nach dem BUrlG – anteilig nach den regelmäßigen Arbeitstagen pro Woche, nicht nach Stunden oder dem 603-Euro-Verdienst (2026). Formel bei 5-Tage-Woche: (20 ÷ 5) × Arbeitstage pro Woche. Den Urlaubsanspruch im Minijob berechnen kannst du mit Tabelle, Formel oder Urlaubsanspruch-Rechner; als Arbeitgeber dokumentierst du Anspruch und Abwesenheiten in Zeiterfassung und Personalakte.
Definition: Urlaubsanspruch von Minijobbern
In Deutschland hat jeder Minijobber einen gesetzlichen Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Um diesen Anspruch korrekt zu berechnen, müssen Arbeitgeber zwei wesentliche Faktoren berücksichtigen:
- Die Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage des Minijobbers
- Der gesetzliche Mindesturlaubsanspruch
Für die Berechnung zählen die vereinbarten Arbeitstage pro Woche, nicht die Arbeitsstunden. Je mehr feste Einsatztage, desto höher der anteilige Mindesturlaub.
Gemeint sind alle geringfügig entlohnten Beschäftigungen mit Minijob-Status – unabhängig von Branche oder Stundenlohn. Wer nur gelegentlich ohne festen Einsatzplan hilft, braucht trotzdem eine klare Vereinbarung zu Arbeitstagen und Urlaub; ohne feste Tage ist der Durchschnitt über einen Referenzzeitraum maßgeblich. Vertiefende Grundlagen zum allgemeinen Urlaubsanspruch findest du im Lexikon.
Gesetzlicher Mindesturlaub
Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) hat jeder Arbeitnehmer Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Bei einer Sechs-Tage-Woche beträgt er nach § 3 BUrlG mindestens 24 Werktage. Bei der häufig anzutreffenden Fünftagewoche reduziert sich der Urlaubsanspruch auf 20 Werktage im Jahr. Für dich als Arbeitgeber bedeutet das konkret: Jeder deiner Mitarbeiter, der regelmäßig fünf Tage in der Woche arbeitet, hat einen gesetzlichen Anspruch auf vier Wochen bezahlten Urlaub pro Jahr.
Der Mindesturlaub gilt unabhängig von Stundenlohn oder Minijob-Status, solange ein echtes Arbeitsverhältnis vorliegt. Feiertage und arbeitsfreie Samstage zählen nicht als Urlaubstage, wenn sie ohnehin frei wären, dokumentiere deshalb Arbeitstage und Abwesenheiten sauber in der Zeiterfassung.
Gleichbehandlung: Wenn Vollzeitbeschäftigte im Betrieb über Tarif, Betriebsvereinbarung oder Arbeitsvertrag mehr Urlaub als das gesetzliche Minimum erhalten, darf der Minijobber nicht schlechter stehen – sein Mehrurlaub wird in der Regel ebenfalls anteilig nach Arbeitstagen berechnet. Das gesetzliche Minimum bleibt die Untergrenze.
Wartezeit und Urlaubsjahr (§ 4 BUrlG)
Urlaub entsteht nicht am ersten Arbeitstag: Nach § 4 BUrlG gilt für Minijobber wie für alle Arbeitnehmer in der Regel eine Wartezeit von sechs Monaten, bevor der volle Jahresurlaub entsteht. Davor besteht meist ein anteiliger Anspruch (1/12 pro vollem Beschäftigungsmonat). Übliches Urlaubsjahr ist das Kalenderjahr – abweichende Regelungen sind im Arbeitsvertrag möglich.
Bei Saison- oder Kurzzeit-Minijobs gilt dieselbe Logik: Urlaubstage werden nach den tatsächlichen Arbeitstagen im Einsatzzeitraum berechnet und anteilig für die Beschäftigungsmonate gewährt.
Resturlaub und Übertrag: Nicht genommener Urlaub aus dem Vorjahr muss in der Regel bis zum 31. März des Folgejahres gewährt werden (§ 7 Abs. 3 BUrlG), sofern Tarif oder Vertrag nichts anderes regeln. Plane Resttage deshalb früh – über einen Urlaubsantrag oder die Urlaubsplanung im Team.
Urlaubsberechnung für Minijobber
So berechnest du den Urlaubsanspruch im Minijob: Du nimmst die wöchentlichen Arbeitstage des Minijobbers und rechnest sie auf den gesetzlichen Jahresurlaub einer 5-Tage-Woche (20 Tage) um – also 20 ÷ 5 × Arbeitstage pro Woche. Bei einer 6-Tage-Woche nutzt du 24 Tage als Jahresbasis (siehe Tabelle).
Regelungen bei festen Arbeitstagen pro Woche
Wenn ein Minijobber regelmäßig an festen Tagen arbeitet, ist die Berechnung relativ einfach. Die folgende Übersicht zeigt dir die gängigsten Konstellationen:
| Arbeitstage pro Woche | Formel (5-Tage-Woche) | Urlaubstage pro Jahr |
|---|---|---|
| 1 Tag | 20 ÷ 5 × 1 | 4 |
| 2 Tage | 20 ÷ 5 × 2 | 8 |
| 3 Tage | 20 ÷ 5 × 3 | 12 |
| 4 Tage | 20 ÷ 5 × 4 | 16 |
| 5 Tage | 20 ÷ 5 × 5 | 20 |
| 6 Tage (6-Tage-Woche) | 24 ÷ 6 × 6 | 24 |
Diese Berechnung gilt unabhängig davon, wie viele Stunden der Minijobber pro Tag arbeitet. Entscheidend ist allein die Anzahl der Arbeitstage.
Berechnung bei unregelmäßigen Arbeitstagen
Bei unregelmäßigen Arbeitstagen musst du den Durchschnitt der wöchentlichen Arbeitstage berechnen. Dazu zählst du die Arbeitstage über einen längeren Zeitraum (z.B. 4 Wochen oder 3 Monate) und teilst durch die Anzahl der Wochen. Je länger der Betrachtungszeitraum, desto genauer wird die Berechnung.
Beispiel: unregelmäßige Arbeitstage
Du beschäftigst einen Minijobber, der immer montags, dienstags und jeden zweiten Freitag für dich arbeitet. Über einen Zeitraum von 4 Wochen ergibt das: 2 Tage (Mo, Di) * 4 Wochen + 2 Tage (jeder 2. Freitag) = 10 Arbeitstage. Das sind durchschnittlich 2,5 Arbeitstage pro Woche. Sein Urlaubsanspruch berechnet sich dann wie folgt:
(20 ÷ 5) × 2,5 = 10 Urlaubstage pro Jahr.
Für eine noch genauere Berechnung kannst du auch einen längeren Zeitraum von 3 oder 6 Monaten heranziehen, besonders wenn die Arbeitszeiten sehr variabel sind.
Minijob auf Stundenbasis – was zählt?
Ein Minijob auf Stundenbasis bedeutet nicht automatisch weniger Urlaub: Entscheidend sind die kalendertäglichen Arbeitstage, an denen du regelmäßig eingesetzt wirst. Wer montags und donnerstags je vier Stunden arbeitet, hat zwei Arbeitstage pro Woche – unabhängig von der Stundenzahl. Nur bei wechselnden Einsatztagen bildet du den Wochendurchschnitt; der Arbeitstage-Rechner hilft bei der Planung.
Rechenbeispiele aus der Praxis
Konkrete Zahlen für typische Minijob-Konstellationen:
Beispiel: 1 Tag pro Woche
Ein Minijobber arbeitet jeden Samstag 4 Stunden in einem Einzelhandelsgeschäft. Sein Urlaubsanspruch: (20 / 5) × 1 = 4 Urlaubstage pro Jahr. Diese vier Tage kann er flexibel verteilen; Samstage zählen als volle Arbeitstage, auch wenn nur wenige Stunden geleistet werden.
Beispiel: 2 Tage pro Woche
Ein Minijobber arbeitet montags und mittwochs jeweils 5 Stunden in der Gastronomie → (20 ÷ 5) × 2 = 8 Urlaubstage.
Beispiel: variable Tage
Unregelmäßige Einsätze mit durchschnittlich 1,5 Arbeitstagen pro Woche → (20 ÷ 5) × 1,5 = 6 Urlaubstage.
Beispiel: Gastronomie (3 Tage)
Freitag, Samstag und Sonntag je 6 Stunden = drei feste Arbeitstage → (20 ÷ 5) × 3 = 12 Urlaubstage.
Tipp für Arbeitgeber: Halte Berechnung und vereinbarte Urlaubstage schriftlich fest und besprich sie mit dem Minijobber – das vermeidet Streit bei Abrechnung oder Kündigung. In der Personalakte sollten Urlaubskonto und genommene Tage nachvollziehbar sein.
Urlaubsanspruch bei mehreren Minijobs
Viele Menschen arbeiten gleichzeitig bei mehreren Arbeitgebern in Minijobs. In diesem Fall wird der Urlaubsanspruch für jeden Minijob separat berechnet. Jeder Arbeitgeber muss den Urlaub entsprechend der wöchentlichen Arbeitstage bei seinem Betrieb berechnen.
Beispiel: Eine Person arbeitet montags und mittwochs bei Arbeitgeber A (8 Urlaubstage) und freitags bei Arbeitgeber B (4 Urlaubstage). Insgesamt hat sie Anspruch auf 12 Urlaubstage, die jedoch auf die beiden Arbeitgeber verteilt werden müssen. Die Urlaubsansprüche werden nicht zusammengerechnet, sondern bleiben getrennt.
Wichtig: Jeder Arbeitgeber muss den Urlaub unabhängig voneinander gewähren. Es gibt keine Verpflichtung, die Urlaubsansprüche zu koordinieren, auch wenn das für den Minijobber praktisch sein kann.
Urlaubsanspruch bei verschiedenen Minijob-Arten
Der Urlaubsanspruch richtet sich nach den wöchentlichen Arbeitstagen, nicht nach der Höhe des Verdienstes. Ob Studentenjob, Rentner-Aushilfe oder feste Wochenendschicht: Die Berechnung bleibt gleich, solange ein abhängiges Beschäftigungsverhältnis besteht.
Im Folgenden die gängigen Minijob-Varianten – Verdienstgrenze, Midijob und Teilzeit-Minijob ändern vor allem Sozialversicherung und Meldung, nicht die Grundformel für Urlaubstage.
Minijob mit Verdienstgrenze (603 Euro 2026)
Bei einem Minijob bis 603 Euro brutto monatlich (Geringfügigkeitsgrenze 2026) gelten dieselben Urlaubsregeln wie bei anderen Jobs. Entscheidend sind die wöchentlichen Arbeitstage – nicht, ob jemand 200, 450 oder 603 Euro verdient. Die Jahresgrenze von 7.236 Euro ist für die Minijob-Zentrale relevant; eine hohe Urlaubsabgeltung kann den Monats- oder Jahresverdienst kurzzeitig erhöhen – plane Auszahlungen mit dem Minijob-Rechner.
Midijob
Im Midijob gelten dieselben Urlaubsregeln wie im Minijob: drei feste Arbeitstage pro Woche bedeuten 12 Urlaubstage – unabhängig von der Sozialversicherung. Der Unterschied betrifft Beiträge und Meldung, nicht die Urlaubsformel.
Urlaubsanspruch bei Teilzeit-Minijob
Manchmal wird zwischen einem "Teilzeit-Minijob" und einem regulären Minijob unterschieden. Rechtlich gesehen gelten für beide die gleichen Berechnungsgrundsätze: Der Urlaubsanspruch richtet sich nach der Anzahl der wöchentlichen Arbeitstage. Ob die Beschäftigung als Teilzeit-Minijob oder regulärer Minijob bezeichnet wird, ändert nichts an der Berechnung des Urlaubsanspruchs.
Wechseln die Einsatztage saisonal (z. B. nur in den Sommermonaten drei Tage pro Woche), bildet du den Durchschnitt über den tatsächlichen Einsatzzeitraum – nicht über Kalenderwochen, in denen gar nicht gearbeitet wird.
Urlaubsanspruch bei Kündigung
Wird das Arbeitsverhältnis beendet, besteht ein anteiliger Anspruch auf Urlaub. Der Urlaub wird proportional zu den gearbeiteten Monaten berechnet. Für jeden vollen Beschäftigungsmonat steht dem Minijobber ein Zwölftel des Jahresurlaubs zu.
Beispiel: 12 Jahresurlaubstage (3 Tage/Woche), Austritt zum 30. Juni nach sechs vollen Monaten → 12 ÷ 12 × 6 = 6 Rest- oder Abgeltungstage (abzüglich bereits genommener Tage).
Wichtig: Resturlaub soll vor Beendigung des Arbeitsverhältnisses genommen werden. Ist das nicht möglich, besteht Anspruch auf Urlaubsabgeltung (Auszahlung der nicht genommenen Tage). Stelle den Urlaubsantrag früh, besonders bei befristeten oder saisonalen Minijobs.
§ 4 BUrlG und Kündigung: Bis zu sechs Monate Betriebszugehörigkeit gilt oft nur der anteilige Anspruch (1/12 pro vollem Monat). Nach sechs Monaten im selben Urlaubsjahr entsteht in der Regel der volle Jahresurlaub – bei Ausscheiden werden bereits genommene Tage abgezogen, der Rest wird genommen oder abgegolten.
Urlaubsgeld und Vergütung
Während des Urlaubs hat der Minijobber Anspruch auf Urlaubsentgelt. Dieses wird nach dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen vor Beginn des Urlaubs berechnet. Das Urlaubsentgelt entspricht also dem, was der Minijobber normalerweise in dieser Zeit verdient hätte.
Beispiel: Ein Minijobber verdient durchschnittlich 50 Euro pro Arbeitstag. Bei 3 Arbeitstagen pro Woche und 12 Urlaubstagen pro Jahr beträgt das Urlaubsentgelt: 12 Tage * 50 Euro = 600 Euro.
Wird das Arbeitsverhältnis beendet und der Urlaub kann nicht mehr genommen werden, besteht ein Anspruch auf Urlaubsabgeltung. Der nicht genommene Urlaub muss ausgezahlt werden. Die Berechnung erfolgt ebenfalls nach dem durchschnittlichen Verdienst der letzten 13 Wochen.
Im Alltag spricht man oft von Urlaubsgeld – rechtlich zählt das Urlaubsentgelt zum Arbeitsentgelt. Bei Minijobs wird die Lohnsteuer pauschal abgeführt; trotzdem muss die Auszahlung in der Lohnabrechnung korrekt ausgewiesen werden.
So gehst du bei der Berechnung vor:
- Arbeitstage und Verdienst der letzten 13 Wochen vor Urlaubsbeginn erfassen (ohne Sonderzahlungen, die nicht zum regulären Entgelt gehören).
- Durchschnitt pro Arbeitstag ermitteln und mit den genommenen Urlaubstagen multiplizieren.
- Bei Urlaubsabgeltung am Ende des Jobs dieselbe Methode auf nicht genommene Resttage anwenden – und prüfen, ob die Auszahlung die 603-Euro-Grenze im Auszahlungsmonat berührt.
Feiertage und Urlaubsanspruch
Feiertage auf einem regulären Arbeitstag zählen nicht als Urlaubstag und dürfen nicht vom Urlaubskonto abgezogen werden (ArbZG, Arbeitsrecht).
Beispiel: Der Minijobber arbeitet jeden Montag. Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf einen Montag, bleibt der Urlaubstag unangetastet; der Lohn für diesen Tag richtet sich nach dem Arbeitsvertrag bzw. der üblichen Entlohnung.
Maßgeblich sind die Feiertage am Einsatzort (Bundesland). Wie du Feiertage in Schichtplänen ausgleichst, erklären wir beim Feiertagsausgleich.
Umgang mit Krankheit im Urlaub
Wird ein Minijobber während des Urlaubs krank, stellt sich die Frage, ob diese Tage vom Urlaubskonto abgehen. Das Bundesarbeitsgericht hat hierzu eine klare Linie gezogen.
Laut BAG-Rechtsprechung zum BUrlG zählen nachgewiesene Krankheitstage im Urlaub nicht als genommene Urlaubstage. Der Minijobber kann die Tage später nachholen.
Wichtig: Das ärztliche Attest muss dem Arbeitgeber unverzüglich vorgelegt werden. Nur dann können die Krankheitstage nicht als Urlaubstage gewertet werden.
Für Arbeitgeber in Kurzform: Urlaub im System als „unterbrochen“ markieren, Attest archivieren, nachgeholte Urlaubstage separat buchen und Minijob-Abrechnung nur für tatsächlich bezahlte Urlaubstage anpassen – so bleibt das Urlaubskonto mit der Lohnmeldung konsistent.
Urlaubsanspruch und Sozialversicherung
Der Urlaubsanspruch hat keine Auswirkungen auf die Sozialversicherungspflicht. Minijobber bleiben auch während des Urlaubs sozialversicherungsfrei, solange sie die Verdienstgrenze nicht überschreiten. Das Urlaubsentgelt zählt zum Verdienst und kann daher die Minijob-Grenze beeinflussen, wenn es zusammen mit anderen Einkünften die Grenze überschreitet.
Wichtig für die Praxis: Urlaubsentgelt ersetzt Arbeitsentgelt und soll in derselben Periode wie reguläre Lohnzahlungen ausgewiesen werden. Bei mehreren Beschäftigungen prüfst du jede Stelle einzeln, ein Minijob bleibt nur dann geringfügig, wenn die Summe aller Verdienste die Grenze nicht dauerhaft sprengt.
Überschreitet Urlaubsentgelt zusammen mit dem regulären Lohn dauerhaft die Geringfügigkeitsgrenze, kann aus dem Minijob ein Midijob werden – dann gelten andere Beitragsregeln. Ein Blick auf die Jahresübersicht und den Minijob-Rechner verhindert Überraschungen bei der Meldung.
Urlaubsanspruch und Steuern
Urlaubsgeld unterliegt der normalen Besteuerung. Bei Minijobs wird die Lohnsteuer pauschal abgeführt, daher ändert sich nichts an der Steuerpflicht. Das Urlaubsentgelt wird genauso besteuert wie das normale Arbeitsentgelt.
Halte Auszahlungszeitpunkt und Betrag in der Lohnabrechnung nachvollziehbar fest, damit Finanzamt und Minijob-Zentrale dieselben Zahlen sehen. Sonderzahlungen kurz vor Jahresende können die Grenzwerte beeinflussen, plane deshalb Urlaubs- und Bonuszahlungen zusammen.
Bei pauschaler Lohnsteuer im Minijob ändert sich die Abführung nicht, weil Urlaubsentgelt zum Arbeitsentgelt zählt – wichtig ist die korrekte Bruttoausweisung in der Entgeltbescheinigung. Private Haushalte mit angemeldeter Haushaltshilfe melden Urlaubszahlungen ebenfalls über die Minijob-Zentrale; gewerbliche Arbeitgeber über ihre übliche Lohnabrechnung.
Praktische Tipps für Arbeitgeber
Für Arbeitgeber gibt es einige praktische Tipps zur Verwaltung des Urlaubsanspruchs von Minijobbern:
- Dokumentation: Halte den Urlaubsanspruch schriftlich fest. Das Nachweisgesetz verpflichtet Arbeitgeber, die wesentlichen Arbeitsbedingungen schriftlich zu dokumentieren, einschließlich der Anzahl der Urlaubstage. Dies sollte im Arbeitsvertrag oder einer separaten Vereinbarung festgehalten werden.
- Kommunikation: Besprich den Urlaubsanspruch mit dem Minijobber. Transparenz schafft Vertrauen und vermeidet Missverständnisse. Erkläre die Berechnung und zeige dem Minijobber, wie viele Urlaubstage ihm zustehen.
- Tools nutzen: Urlaubsanspruch-Rechner für die Tagesberechnung, Minijob-Rechner wenn Auszahlungen die 603-Euro-Grenze berühren – kombiniert mit Zeiterfassung für Urlaubskonto und Abwesenheiten.
- Rechtzeitig planen: Urlaubswünsche früh abstimmen, besonders in der Gastronomie und bei Saisonminijobs, damit Resturlaub vor dem 31. März-Fristablauf genommen werden kann.
- Häufige Fehler vermeiden: Ein häufiger Fehler ist, den Urlaub nach Stunden statt nach Tagen zu berechnen. Denke daran: Entscheidend sind die Arbeitstage, nicht die Arbeitsstunden. Ein weiterer Fehler ist, Feiertage als Urlaubstage zu zählen. Feiertage zählen nicht zum Urlaub.
- Compliance sicherstellen: Stelle sicher, dass alle Berechnungen korrekt sind und dokumentiert werden. Bei Unklarheiten konsultiere einen Fachanwalt für Arbeitsrecht oder nutze professionelle Tools zur Unterstützung.
Die korrekte Verwaltung des Urlaubsanspruchs ist auch wichtig für die Einhaltung des Dienstplan-Gesetzes und die ordnungsgemäße Überstunden-Erfassung.
Unbezahlter Urlaub und Privathaushalt
Minijobber im Privathaushalt haben ebenfalls Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Unbezahlter Urlaub ist nur mit Zustimmung möglich; dauert er länger als einen Monat, kann die Beschäftigung bei der Minijob-Zentrale abgemeldet werden müssen. Halte Vereinbarungen schriftlich fest.
Private Arbeitgeber dürfen Urlaub nicht mit der eigenen Abwesenheit verwechseln: Wenn du verreist, musst du die Haushaltshilfe weiterhin nach dem Arbeitsvertrag bezahlen oder einen genehmigten unbezahlten Urlaub vereinbaren. Für gewerbliche Minijobs gelten dieselben Grundsätze – nur die Melde- und Dokumentationswege unterscheiden sich leicht.
Registriere Haushaltsminijobs bei der Minijob-Zentrale, notiere vereinbarte Arbeitstage im Vertrag und dokumentiere genommenen sowie unbezahlten Urlaub – so bleibst du bei Prüfungen auf der sicheren Seite.
Fazit
Der Urlaubsanspruch Minijobber folgt den Arbeitstagen pro Woche – nicht Stundenlohn oder Verdienstgrenze. Tabelle, Formel und Rechner liefern die Grundzahl; Kündigung, mehrere Jobs, Feiertage, Krankheit und Privathaushalt brauchen zusätzliche Dokumentation in Vertrag, Zeiterfassung und Lohnabrechnung.
Wer Anspruch, Resturlaub und Auszahlungen sauber in der Urlaubsplanung abbildet, erfüllt BUrlG und Minijob-Regeln zugleich – und findet offene Fragen in den FAQs unter dem Artikel.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit haben wir in diesem Blogbeitrag die männliche Form gewählt.
Häufige Fragen zu Urlaubsanspruch Minijob 2026
Haben Minijobber einen gesetzlichen Urlaubsanspruch?
Ja. Der Urlaubsanspruch Minijobber folgt dem Bundesurlaubsgesetz wie bei Vollzeit: bezahlter Erholungsurlaub, anteilig nach den regelmäßigen Arbeitstagen pro Woche – nicht nach Stunden oder der 603-Euro-Grenze (2026). Auch Aushilfen und Saisonkräfte sind eingeschlossen. Grundlagen im Lexikon Urlaubsanspruch; Tabelle und Rechenbeispiele in diesem Ratgeber.
Wie berechnet man den Urlaubsanspruch im Minijob 2026?
Bei einer 5-Tage-Woche gilt: (20 ÷ 5) × Arbeitstage pro Woche. Beispiel: 2 Tage/Woche = 8 Urlaubstage. Bei einer 6-Tage-Woche rechnest du mit 24 Tagen Jahresurlaub. Unregelmäßige Einsätze: Durchschnitt der Arbeitstage über mehrere Wochen bilden. Die Tabelle im Ratgeber und der Urlaubsanspruch-Rechner helfen bei der Umsetzung.
Gibt es einen Minijob Urlaubsanspruch Rechner?
Ja. Ein Minijob Urlaubsanspruch Rechner wie der Urlaubsanspruch-Rechner ermittelt Jahresurlaubstage aus den Arbeitstagen pro Woche – unabhängig von Stundenlohn. Für die 603-Euro-Grenze hilft der Minijob-Rechner. Auch die Minijob-Zentrale bietet einen Rechner; halte das Ergebnis im Arbeitsvertrag oder der Personalakte fest.
Wie viele Urlaubstage bei zwei Arbeitstagen pro Woche im Minijob?
Bei zwei festen Arbeitstagen pro Woche und einer 5-Tage-Woche als Referenz: (20 ÷ 5) × 2 = 8 Urlaubstage pro Jahr. Es spielt keine Rolle, ob der Minijobber pro Tag zwei oder sechs Stunden arbeitet. Feiertage auf einem regulären Arbeitstag zählen nicht als verbrauchte Urlaubstage.
Wie funktioniert Urlaub bei Minijob auf Stundenbasis?
Stunden allein bestimmen den Urlaub nicht – zählen die Arbeitstage. Arbeitet jemand montags und mittwochs je 4 Stunden, sind das zwei Arbeitstage pro Woche (8 Urlaubstage). Bei wechselnden Einsätzen bildet du den Durchschnitt der Arbeitstage über einen längeren Zeitraum (z. B. drei Monate). Der Arbeitstage-Rechner unterstützt die Planung.
Was gilt beim Urlaubsanspruch bei Kündigung im Minijob?
Bei Beendigung besteht ein anteiliger Urlaubsanspruch bei Kündigung im Minijob (1/12 pro vollem Monat). Nicht genommener Urlaub ist vor Ausscheiden zu gewähren oder als Urlaubsabgeltung auszuzahlen. Reiche den Urlaubsantrag früh ein – besonders bei Saison-Minijobs – damit Resttage noch genommen werden können.
Wie viel Urlaub bei mehreren Minijobs gleichzeitig?
Jeder Arbeitgeber berechnet den Urlaub separat nach den Arbeitstagen bei seinem Betrieb. Ansprüche werden nicht über Arbeitgeber hinweg zusammengelegt. Beispiel: 2 Tage bei Arbeitgeber A (8 Tage) und 1 Tag bei B (4 Tage) = 12 Tage gesamt, aber getrennt zu gewähren. Koordination der Urlaubswünsche liegt in der Praxis beim Minijobber.
Zählt Urlaubsabgeltung zur Minijob-Grenze von 603 Euro?
Ja. Urlaubsentgelt und Urlaubsabgeltung zählen zum Bruttoarbeitsentgelt und können die monatliche 603-Euro-Grenze (2026) oder 7.236 Euro im Jahr überschreiten. Plane Auszahlungen mit dem Minijob-Rechner und melde Änderungen fristgerecht bei der Minijob-Zentrale, wenn die Beschäftigung nicht mehr geringfügig ist.
Gilt die Wartezeit nach § 4 BUrlG auch für Minijobber?
Ja. In der Regel entsteht der volle Jahresurlaub erst nach sechs Monaten Betriebszugehörigkeit; davor gilt meist 1/12 pro vollem Beschäftigungsmonat. Das betrifft Minijobber und Saisonkräfte gleichermaßen. Tarif oder Vertrag dürfen den Minijobber nicht schlechter stellen als das BUrlG.
Was ist mit unbezahltem Urlaub im Privathaushalt?
Auch Haushaltshilfen im Minijob haben Anspruch auf bezahlten Erholungsurlaub. Unbezahlter Urlaub nur mit Zustimmung – bei länger als einem Monat kann Abmeldung bei der Minijob-Zentrale nötig sein. Vereinbarungen schriftlich festhalten; der private Arbeitgeber darf Urlaub nicht mit der eigenen Reise verwechseln und ohne Bezahlung „freistellen“.
Was passiert, wenn ein Minijobber im Urlaub krank wird?
Mit ärztlichem Attest zählen Krankheitstage im Urlaub nicht als verbrauchte Urlaubstage – sie können nachgeholt werden (BAG-Rechtsprechung, BUrlG). Das Attest solltest du unverzüglich vorlegen. Für Arbeitgeber lohnt sich eine klare Dokumentation in Zeiterfassung und Urlaubsliste, damit Abrechnung und Minijob-Meldung konsistent bleiben.











