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Ratgeber

KI-Kennzeichnungspflicht: was Gastro und Handel jetzt kennzeichnen müssen

EmmaVeröffentlicht 8 Min. Lesezeit
Illustration zu Transparenz und Kennzeichnung von KI-Inhalten in Gastronomie und Einzelhandel

Häufige Fragen zu KI-Kennzeichnungspflicht

Ab wann gilt die KI-Kennzeichnungspflicht — und welche Pflichten gelten ab 2026?

Die EU-KI-Verordnung (EU AI Act) verlangt in Art. 50 Transparenz gegenüber Nutzerinnen. Für viele Betreiber in Gastro und Handel sind die zentralen Pflichten ab dem 2. August 2026 relevant. Für maschinenlesbare Markierungen durch Software-Anbieter kann eine Übergangsfrist gelten (oft wird der 2. Dezember 2026 genannt). Stand und nationale Hinweise vor dem Go-live prüfen.

Muss jeder KI-generierte Inhalt gekennzeichnet werden?

Nein, nicht pauschal. Entscheidend sind Täuschung, Kanal und Redaktion: Interne Entwürfe, klar geprüfte Texte oder offensichtliche Illustrationen sind oft unkritisch. Kritisch werden realistische KI-Bilder, nicht offensichtliche Chatbots und ungeprüfte Texte zu öffentlich relevanten Themen. ChatGPT-Produktbeschreibungen, die du unverändert veröffentlichst, können Kennzeichnung nahelegen — redaktionell freigegebene Speisekarten-Texte eher dokumentieren als groß labeln.

Gibt es eine Kennzeichnungspflicht für KI-generierte Bilder?

Ja, wenn das Bild täuschend realistisch wirkt — etwa als Produktfoto, scheinbare Kundin oder Event, das so nicht stattgefunden hat. Dann solltest du als Betreiber ein sichtbares Label planen (Social, Schaufenster, Anzeige). Bei klar stilisierten Grafiken ist die Lage oft entspannter. Anbieter-Tools sollen Outputs zusätzlich technisch markieren; das ersetzt nicht dein sichtbares Label.

Muss ich KI-Bilder auf Instagram kennzeichnen?

Wenn der Post wie ein echtes Foto wirkt (Gericht, Team, Laden), ja — dann im sichtbaren Caption-Text oder in der Bildunterschrift, z. B. „Visualisierung (KI)“. Reine Formulierungshilfe für die Caption ohne täuschendes Motiv ist oft unkritisch. Hashtag-Pflichten gibt es nicht; versteckte Alt-Texte allein reichen in der Regel nicht.

Muss ein Chatbot sagen, dass er KI ist?

Wenn Gäste oder Kundinnen mit KI chatten und das nicht offensichtlich ist, brauchen sie einen klaren Hinweis — z. B. in der Begrüßung des Reservierungs-Bots. Statische FAQ-Seiten ohne generative Antworten fallen oft anders aus. Unterschied Assistent vs. Agent: KI-Assistent. Im Zweifel kurz rechtlich einordnen.

Was ist der Unterschied zwischen Anbieter und Betreiber?

Der Anbieter stellt die KI-Software bereit (Bildgenerator, Bot-Plattform). Der Betreiber bist du, wenn dein Restaurant oder deine Filiale Inhalte veröffentlicht oder Bots für Gäste einsetzt. Art. 50 unterscheidet: technische Output-Markierung (Anbieter) vs. sichtbare Transparenz nach außen (Betreiber). Regle das in Agenturverträgen schriftlich.

Was droht bei Verstößen gegen die Kennzeichnungspflicht?

Art. 99 EU-KI-Verordnung sieht Geldbußen vor; in der öffentlichen Diskussion werden für schwere Fälle u. a. bis zu 15 Mio. € oder ein Umsatzprozentsatz genannt. Höhe und Tatbestand hängen vom Einzelfall ab — keine pauschalen Strafversprechen. Dokumentation und Checkliste reduzieren Risiko, ersetzen aber keine Beratung.

Gilt die KI-Kennzeichnungspflicht in Deutschland?

Ja. Die Verordnung gilt EU-weit, also auch in Deutschland, für betroffene Betreiber und Anbieter. IHK und Datenschutzbehörden veröffentlichen Orientierung — keine Rechtsberatung. Bei Personenfotos oder Recruiting-Inhalten kombinierst du Art. 50 mit der DSGVO.

Gilt die KI-Kennzeichnungspflicht auch für kleine Betriebe?

Ja, größenunabhängig, sobald du Inhalte nach außen veröffentlichst oder Gäste-Bots einsetzt. Es gibt keine generelle Ausnahme für kleine Gastronomie oder Filialen. Mit Checkliste, klaren Rollen und kurzer Team-Anleitung bleibt der Aufwand überschaubar — „gilt nicht für uns“ ist keine Strategie.

Was muss ich bei Ordio Nano beachten?

Nano liefert Vorschläge im Produkt; du bestätigst Aktionen. Das ersetzt nicht deine Pflicht, Marketing- und Bot-Inhalte, die du selbst veröffentlichst, nach Art. 50 zu prüfen und zu kennzeichnen. Mehr zum Produkt: Nano. Keine Garantie für rechtliche Compliance.