Lohnnebenkosten – Arbeitgeberbrutto

Sobald ein Unternehmen einen Mitarbeiter einstellt, entstehen für dieses Unternehmen Kosten. Bei diesen Kosten handelt es sich aber nicht nur um das Bruttogehalt des neuen Mitarbeiters. Das Bruttogehalt zählt zu den Personalkosten. Diese beinhalten nicht nur den Lohn oder das Gehalt des Mitarbeiters. Zu diesem Lohn oder Gehalt gehören auch verschiedenste Sozialabgaben, auch Personalzusatzkosten genannt. Auf der folgenden Seite listen wir alles auf was man zu dem Thema wissen sollte:

Lohnnebenkosten und deren Definition

Kosten, die ein Arbeitgeber zuzüglich zu einem Bruttolohn des Arbeitnehmers entrichten muss, bezeichnet man als Lohnnebenkosten. Ein Unternehmen muss Lohnnebenkosten immer in die Berechnung der Kosten für seine Arbeitnehmer einbeziehen, selbst wenn diese nicht direkt an die Beschäftigten ausgezahlt werden.

Die Summe der Kosten, die ein Unternehmen für einen Mitarbeiter entrichtet, der sog. Arbeitgeberbrutto, ergibt sich aus dem Bruttolohn des individuellen Arbeitnehmers zuzüglich der Lohnnebenkosten. Historisch bedingt dient die Übernahme der Lohnnebenkosten als Teil des Sozialversicherungssystems dem Abfangen von individuellen Lebensrisiken, denn sind Bestandteile dieser Kosten insbesondere Zuwendungen zur Sozial- oder Krankenversicherung der individuellen Arbeitnehmer. 

Handelt es sich bei den Lohnkosten um fixe Kosten?

Bei Gehältern, z. B. im kaufmännischen Bereich handelt es sich um fixe Kosten. Bei Löhnen handelt es sich um variable Kosten, weil Löhne auch einem Produktionsmittel oder einer Maschine zugeschrieben werden können.

Was gehört alles zu den Lohnnebenkosten?

Insgesamt können vier Arten von Lohnnebenkosten unterschieden werden. Das sind:

  • Kosten für berufliche Weiter- sowie Ausbildung
  • Sozialabgaben für den Arbeitnehmer
  • diverse Aufwendungen
  • Steuern auf die Lohnsumme oder die Anzahl der Beschäftigten

Welche Lohnnebenkosten hat der Arbeitgeber zu bezahlen?

Diese sehr wichtige Frage sollte jeder Arbeitgeber sofort beantworten können. Der höchste Anteil der Lohnnebenkosten bezieht sich immer auf die Sozialbeiträge, die der Arbeitgeber zu leisten hat. Diese Sozialbeiträge werden in Deutschland zum Beispiel je zur Hälfte vom Arbeitgeber und dem Arbeitnehmer getragen.

Eine beispielhafte Übersicht für Deutschland, wo der Arbeitgeber einen Anteil leisten muss:

  • bei der gesetzlichen Krankenversicherung, wobei individuelle Zusatzbeiträge zur Hälfte übernommen werden
  • bei der Arbeitslosenversicherung
  • bei der Pflegeversicherung
  • bei der gesetzlichen Unfallversicherung
  • bei der Rentenversicherung
  • bei den Umlagen U1, U2 und U3

Bei den aufgeführten Anteilen sind die einzelnen Beitragsbemessungsgrenzen immer zu berücksichtigen. Bei diesen gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträgen gibt es keinen Spielraum für einen Arbeitgeber im Punkt der Lohnnebenkosten.

Was ist die Bedeutung von hohen oder niedrigen Lohnnebenkosten für Arbeitgeber und Arbeitnehmer?

Das soziale Netz wird mit den Lohnnebenkosten finanziert. Im Allgemeinen sind die Lohnnebenkosten als Sozialversicherungsbeiträge anzusehen. Diese Beiträge helfen, die Risiken des Lebens abzusichern.

Zu diesen Risiken zählen:

  • Arbeitslosigkeit
  • Krankheit
  • Pflege
  • Unfall
  • Alter

Zusätzlich zum Bruttogehalt zahlen Arbeitgeber in etwa 30 % an Sozialbeiträgen. Dadurch werden Beiträge zum Gesundheitssystem, die Unfallversicherung, die Renten und die Pflege mitfinanziert. Der verbleibende Rest der Lohnnebenkosten setzen sich aus Urlaubslohn, Krankenstände, Abfertigungen etc. zusammen. Also Geld, das direkt an Arbeitnehmer bezahlt wird.

Was kostet ein Arbeitnehmer für Unternehmen insgesamt?

Für die Deckung der Personalkosten in diesen sind die Lohnnebenkosten enthalten, muss mit dem 1,5-Fachen des Arbeitgeberbruttobetrages gerechnet werden. Nicht zu vergessen die Aufwendungen für Auszahlung eines Urlaubs- oder Weihnachtsgeldes. Auch kann eine Pflicht der Zahlung von Zusatzleistungen entstehen, wenn solche Zusatzleistungen über einige Jahre an einen Mitarbeiter bezahlt wurden.

Wie hoch ist der Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung?

Die deutsche Bundesregierung hat einen für sämtliche Krankenkassen einheitlichen Beitragssatz festgelegt, der einheitlich ist.

Dieser Beitrag ist in der Höhe von 14,6 Prozent abzuführen. Dadurch ergeben sich für den Arbeitgeber und auch für den Arbeitnehmer jeweils 7,3 Prozent an Abgaben für die Sozialversicherungsbeiträge. 14 Prozent beträgt der ermäßigte Beitragssatz und somit jeweils 7 Prozent für den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer.

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