Remote Work ist mehr als Homeoffice – ortsunabhängiges Arbeiten prägt die moderne Arbeitswelt. In diesem Lexikon-Eintrag erfährst du, was Remote Work genau bedeutet, wie es sich von Homeoffice und Telearbeit abgrenzt, welche rechtlichen Grundlagen gelten und wie HR Remote Work in der Praxis umsetzt. Du lernst die Formen kennen, Vorteile und Nachteile, welche Jobs sich eignen – sowie den Zusammenhang mit Zeiterfassung, Abwesenheiten und Dienstplanung.

Digitale Zeiterfassung und Dienstplanung schaffen die Basis für Remote-Teams – transparent und gesetzeskonform. Mit Ordio gelingt beides ortsunabhängig.

Was ist Remote Work?

Remote Work (auf Deutsch: ortsunabhängiges Arbeiten) bezeichnet das Arbeiten außerhalb des klassischen Büros. Mitarbeiter erledigen ihre Aufgaben von zu Hause, unterwegs oder an anderen Orten – mit Laptop, Internet und digitalen Tools. Der Begriff stammt aus dem Englischen („remote“ = fern) und hat sich im deutschen HR-Bereich etabliert.

Was versteht man unter Remote Work?

Im Kern geht es um räumliche Flexibilität: Arbeit wird nicht mehr zwingend am festen Arbeitsplatz im Betrieb verrichtet, sondern dort, wo es für den Arbeitnehmer sinnvoll ist. Entscheidend sind Erreichbarkeit, Erfüllung der Arbeitsaufgaben und Einhaltung von Arbeitszeiten und Arbeitsschutz. Ein Entwickler kann von Berlin aus für ein Münchener Startup arbeiten; ein Marketing-Mitarbeiter von einem Co-Working-Space in Hamburg – die physische Präsenz im Büro ist nicht mehr zwingend.

Für HR und Unternehmen ist Remote Work ein zentrales Thema: Im War for Talent sind flexible Arbeitsmodelle oft entscheidend. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten 2023 rund 23,5 % der Erwerbstätigen in Deutschland zumindest teilweise von zu Hause. Remote Work umfasst verschiedene Formen – von reinem Homeoffice bis zu vollständig ortsunabhängigem Arbeiten.

Remote Work vs. Homeoffice vs. Telearbeit – die Formen

Remote Work ist der Oberbegriff. Die wichtigsten Formen im Überblick:

  • Homeoffice: Arbeiten von zu Hause. Der Arbeitnehmer nutzt einen Arbeitsplatz in der Wohnung – oft mit firmeneigenem oder privatem Equipment. Homeoffice ist die häufigste Form von Remote Work.
  • Telearbeit: Im engeren rechtlichen Sinne ein fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz in der Wohnung, den der Arbeitgeber bereitstellt. Die Arbeitsstättenverordnung gilt hier vollumfänglich.
  • Mobiles Arbeiten: Flexibles Arbeiten von überall – Café, Co-Working-Space, unterwegs. Kein fester Arbeitsort. Oft mit privatem Laptop und wechselnden Standorten.

Was ist der Unterschied zwischen Homeoffice und Remote Work?

Homeoffice meint speziell das Arbeiten von zu Hause. Remote Work ist weiter gefasst und schließt mobiles Arbeiten sowie Arbeiten von anderen Orten ein. Wer im Café oder im Co-Working-Space arbeitet, macht Remote Work – aber kein klassisches Homeoffice.

FormOrtTypisch
HomeofficeZu HauseFester Arbeitsplatz in der Wohnung
TelearbeitZu Hause (Arbeitszimmer)Vom Arbeitgeber eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz
Mobiles ArbeitenÜberallLaptop, flexibel, wechselnde Orte

Für die Personalabteilung ist die Abgrenzung relevant: Bei Telearbeit gelten strengere Anforderungen an den Arbeitsplatz (Arbeitsstättenverordnung). Bei mobilem Arbeiten und einfachem Homeoffice sind die Vorgaben weniger strikt – aber Arbeitszeitgesetz und Zeiterfassungspflicht gelten in allen Fällen.

Welche Jobs und Branchen eignen sich für Remote Work?

Bei welchem Job kann man remote arbeiten? Besonders gut eignen sich Tätigkeiten, die digital erledigt werden können: Software-Entwicklung, Marketing, Kundenservice, Beratung, Projektmanagement und viele Büro-Jobs. Entscheidend sind klare Aufgaben, Erreichbarkeit und passende Tools. In IT, Agenturen, Consulting und Finanzdienstleistung ist Remote Work längst Standard.

Weniger geeignet sind Jobs mit physischer Präsenz: Pflege, Handwerk, Gastronomie, Einzelhandel vor Ort. Hier ist die Anwesenheit am Arbeitsplatz erforderlich. Hybridmodelle – z.B. zwei Tage Büro, drei Tage Remote – funktionieren aber auch in vielen Branchen mit Kundenkontakt, wenn die Aufgaben sich aufteilen lassen.

Viele Tech-Unternehmen, Agenturen und Start-ups bieten vollständig remote oder stark hybrid an. Bekannte Beispiele für 100 % Remote sind Automattic, GitLab oder Zapier. In Deutschland sind reine Remote-Firmen seltener als in den USA – oft gibt es Hybrid-Modelle mit festen Präsenztagen. Entscheidend ist die Unternehmenskultur und passende Tools für Zeiterfassung, Kommunikation und Abwesenheitsverwaltung.

Remote Work – Vorteile und Nachteile

Remote Work bringt für beide Seiten Vor- und Nachteile mit sich:

Vorteile für Mitarbeiter

  • Weniger Pendelzeit und -kosten
  • Mehr Flexibilität bei Arbeitsort und -zeit
  • Bessere Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben
  • Remote Work kann die Work-Life-Balance verbessern

Vorteile für Arbeitgeber

  • Attraktivität im Recruiting – flexible Modelle sind oft entscheidend
  • Zugang zu Fachkräften außerhalb der Region
  • Oft geringere Bürokosten
  • Im War for Talent sind Remote-Optionen ein wichtiges Argument

Nachteile

Soziale Isolation, verschwimmende Grenzen zwischen Arbeit und Privatem, technische und organisatorische Anforderungen. Für Arbeitgeber: Kontrolle und Führung auf Distanz, Einhaltung von Arbeitszeit und Arbeitsschutz. Ohne klare Regeln und gute Tools kann Remote Work zu Überstunden und Erschöpfung führen.

Mit der richtigen Kultur, klaren Vereinbarungen und passender Software – Zeiterfassung, Dienstplanung, Kommunikation – lassen sich die Nachteile minimieren. Transparente Arbeitszeiterfassung und faire Dienstpläne schützen vor Überlastung.

Rechtliche Grundlagen für Remote Work

Für Remote Work gelten dieselben arbeitsrechtlichen Vorschriften wie für Präsenzarbeit: Arbeitszeitgesetz (ArbZG) – Höchstarbeitszeit 8 Stunden täglich (Ausnahmen bis 10 h), Ruhezeiten von mindestens 11 Stunden, Pausenzeiten bei mehr als 6 Stunden Arbeit. Arbeitsstättenverordnung – Bei Telearbeit (fest eingerichteter Bildschirmarbeitsplatz zu Hause) müssen Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz gewährleistet sein; bei mobilem Arbeiten gelten abgemilderte Anforderungen. Zeiterfassungspflicht – Seit dem Urteil des EuGH (2023) und der Umsetzung in Deutschland müssen Arbeitgeber die Arbeitszeiten aller Beschäftigten erfassen – auch bei Remote Work. Das Arbeitszeiterfassungsgesetz verlangt eine systematische, lückenlose Erfassung.

Vertragliche Regelungen

Vertraglich sollten Art und Umfang von Remote Work geregelt werden: Wie viele Tage pro Woche? Von wo? Welche Ausstattung? Wer trägt Kosten? Oft übernimmt der Arbeitgeber Laptop, Monitor und Software; Internet und Strom trägt häufig der Arbeitnehmer. Bei Telearbeit muss der Arbeitgeber den Arbeitsplatz bereitstellen – inklusive ergonomischem Stuhl und Bildschirm. Eine Pauschale für Heimarbeitsplatz (z.B. 50 € monatlich) ist in manchen Betrieben üblich. Ohne schriftliche Vereinbarung können Missverständnisse entstehen – etwa bei der Frage, ob Überstunden erwartet werden oder ob Erreichbarkeit nach Feierabend verlangt wird.

Heimarbeit vs. Remote Work – Abgrenzung

Der Begriff Heimarbeit hat eine lange Tradition: Früher meinte er vor allem handwerkliche Tätigkeiten in der Wohnung (z.B. Nähen, Verpacken). Das Heimarbeitergesetz (HAG) regelt noch heute spezielle Formen der Heimarbeit mit besonderen Schutzvorschriften.

Im modernen Sprachgebrauch wird „Heimarbeit“ oft synonym zu Homeoffice verwendet – Arbeiten von zu Hause. Remote Work ist der weiter gefasste Begriff: ortsunabhängiges Arbeiten, das auch mobiles Arbeiten und Arbeiten von Co-Working-Spaces umfasst. Für HR ist die Abgrenzung vor allem bei der rechtlichen Einordnung relevant (Telearbeit vs. mobiles Arbeiten vs. Heimarbeit im Sinne des HAG).

Remote Work in der Praxis – Tipps für HR

Wie kann ich Remote Work effektiv umsetzen? Zentrale Punkte:

  • Klare Regelungen: Schriftliche Vereinbarung zu Umfang, Ort, Ausstattung und Erreichbarkeit.
  • Zeiterfassung: Auch bei Remote Work Pflicht. Mit Ordio erfassen Mitarbeiter ihre Arbeitszeiten per App – transparent und gesetzeskonform, auch von zu Hause.
  • Abwesenheiten: Urlaubsanträge und Krankmeldungen müssen auch bei Remote-Arbeitenden zentral erfasst werden. Mit einer digitalen Abwesenheitsverwaltung behältst du den Überblick – unabhängig davon, ob Mitarbeiter im Büro oder von zu Hause arbeiten.
  • Kommunikation: Regelmäßige Abstimmung, klare Erwartungen, Feedback. Vermeide Isolation durch bewusste Teamkommunikation.
  • Dienstplanung: Bei hybriden Modellen (Teil Remote, Teil Präsenz) müssen Dienstpläne beide Phasen abbilden. Mit Dienstplänen, die Remote- und Präsenztage integrieren, planst du fair und erkennst Überlastung früh.

Vertrauensarbeitszeit und Remote Work passen nur bedingt zusammen: Die Zeiterfassungspflicht verlangt eine Erfassung der Arbeitszeit. Vertrauensarbeitszeit bedeutet, dass keine Stechuhr genutzt wird – aber eine Dokumentation der Arbeitszeiten ist trotzdem erforderlich. Digitale Zeiterfassung per App ermöglicht beides: Flexibilität und gesetzeskonforme Dokumentation. Wichtig: Auch bei Remote Work aus dem Ausland (z.B. Kann man als Deutscher remote in der Schweiz arbeiten?) gelten Steuer-, Sozialversicherungs- und Arbeitsrecht beider Länder. Grenzgänger-Regelungen und Doppelbesteuerungsabkommen spielen eine Rolle – lass dich von einem Steuerberater oder Anwalt beraten.

Zeiterfassung und Dienstplanung bei Remote Work

Die Zeiterfassungspflicht gilt für alle Beschäftigten – auch für Remote Worker. Arbeitgeber müssen Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit erfassen. Ordio verbindet Zeiterfassung und Dienstplanung in einer Lösung – Remote- und Präsenztage integriert. Bei hybriden Teams erkennst du so Überlastung und planst fair.

Mitarbeiter erfassen ihre Arbeitszeiten von überall – transparent und gesetzeskonform. Faire Dienstpläne berücksichtigen Remote- und Präsenztage und schützen vor Überlastung. So gelingt Remote Work ohne bürokratischen Aufwand.

Remote Work – Bedeutung für Unternehmen

Remote Work ist ein strategisches HR-Thema für viele Unternehmen. Im War for Talent und beim Employer Branding zählen flexible Arbeitsmodelle zu den wichtigsten Argumenten. Fachkräftemangel und veränderte Erwartungen der Beschäftigten erhöhen den Druck, Remote-Optionen anzubieten.

Für die Personalabteilung bedeutet das: Remote Work nicht als Ausnahme, sondern als Teil der Arbeitszeitmodelle zu verstehen. Mit den richtigen Tools – Zeiterfassung, Dienstplanung, Abwesenheitsverwaltung, Kommunikation – lassen sich Remote-Teams effektiv führen und gesetzeskonform verwalten.

Fazit

Remote Work ist ortsunabhängiges Arbeiten – von Homeoffice über Telearbeit bis zu mobilem Arbeiten. Die rechtlichen Grundlagen (ArbZG, Zeiterfassungspflicht) gelten auch bei Remote Work. Für HR bedeutet das: klare Regelungen, digitale Zeiterfassung, zentrale Abwesenheitsverwaltung und faire Dienstplanung.

Mit Ordio gelingt Remote Work im Betrieb – transparent, gesetzeskonform und ohne bürokratischen Aufwand.