Kündigungsfrist – Praxis & Gesetze

Kündigungsfrist ist der Zeitraum zwischen Verkündigen der Beendigung seines Arbeitsvertrages und des tatsächlichen Endes des Arbeitsvertrages. Dadurch können sich beide Beteiligten, also der Arbeitnehmer sowohl als auch der Arbeitgeber auf die neue Situation einstellen. Diese Frist ermöglicht beiden Parteien, sich um Ersatz umzusehen. Das bedeutet, der Arbeitgeber kann einen neuen Mitarbeiter suchen und der Arbeitnehmer kann sich um eine neue Anstellung umsehen.

Was bedeutet das genau? Das erklären wir im folgenden Artikel:

Wie läuft die Kündigungsfrist in der Praxis?

Eine Kündigungsfrist ergibt sich aus dem Tarif- oder Arbeitsvertrag. Wird von Beginn eines Arbeitsverhältnisses keine Kündigungsfrist festgelegt, so gibt es in diesem Falle keine Kündigungsfrist und es kommt die gesetzliche Regelung nach Paragrafen 622 BGB zum Tragen.

Gibt es Unterschiede in der Kündigungsfrist?

Je nach Vertrag, geschlossener Vereinbarung oder gesetzlicher Regelung gibt es Unterschiede in der Kündigungsfrist.

Kündigungsfrist für den Arbeitnehmer bei einer ordentlichen Kündigung

Gibt es in einem Arbeitsvertrag keine genaue Regelung aufweist, gilt auf alle Fälle der Paragraf 622 BGB zur Wahrnehmung der Kündigungsfrist. Laut Paragraf 622 BGB beträgt diese:

  • 4 Wochen zu jedem 15. oder Letzten des Kalendermonates.

(4 Wochen entsprechen 28 Tagen.)

Im Falle einer vertraglichen Vereinbarung kann das Datum für die Kündigungsfrist verändert werden, aber die Frist von 4 Wochen darf nicht unterschritten werden. Des Weiteren hat die Kündigungsfrist für beide Partner, Arbeitgeber und Arbeitnehmer immer dieselbe Laufzeit bzw. Frist zu betragen.

Kündigungsfrist Sonderregelungen

Während der Probezeit gibt es eine Ausnahmeregelung für die Kündigungsfrist. Während der Probezeit können beide Partner, Arbeitnehmer und Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit einer Kündigungsfrist von 2 Wochen zu jedem beliebigen Tag des Monates beenden. Eine weitere Ausnahme in Bezugnahmen auf die Kündigungsfrist gibt es bei der fristlosen außerordentlichen Kündigung, hier gibt es keine Kündigungsfrist. Das Arbeitsverhältnis kann jederzeit beendet werden.

Kündigungsfrist im Falle einer außerordentlichen Kündigung

Diese außerordentliche Kündigung, das sofortige Beenden eines Arbeitsverhältnisses, kann nur durch einen schweren gravierenden Grund vorgenommen werden. Auch in diesem Falle ist zu beachten, dass wenn ein gerechtfertigter Grund für eine solche Maßnahme besteht, diese Kündigung innerhalb von 2 Wochen erfolgen muss.

Egal ob die Kündigung außerordentlich oder ordentlich erfolgt ist, ist die Ausstellung einer Arbeitsbescheinigung durch den Arbeitgeber verpflichtend. Meist wird hierfür die Vorlage der Bundesagentur für Arbeit verwendet.

Kündigungsfrist bei ordentlicher Kündigung

Wenn nun der Arbeitnehmer aus welchen Gründen auch immer das Arbeitsverhältnis beenden möchte, muss darauf geachtet werden, dass die Kündigungsfrist gebunden ist an die Zeit, die man in diesem Arbeitsverhältnis verbracht hat.

Je länger man für einen Arbeitgeber gearbeitet hat, desto länger ist die Kündigungsfrist.

Diese Kündigungsfrist ist bei einem Beschäftigungsverhältnis

  • zwischen 7 Monaten und 2 Jahren beträgt die Kündigungsfrist 4 Wochen.
  • zwischen 2 Jahren und 5 Jahren beträgt die Frist 1 Monat.
  • zwischen 5 und 8 Jahren beträgt die Frist 2 Monate
  • zwischen 8 und 10 Jahren beträgt die Frist 3 Monat

Bei über 10 Jahren Betriebszugehörigkeit, verlängert sich die Kündigungsfrist um jeweils einen Monat. Das bedeutet, die Frist ist 4, 5, 6 oder 7 Monate zum Ende eines jeden Kalendermonats (Bei 12, 15, 20 Jahren)

Wie man hier sieht, ist das Schema der Kündigungsfrist nicht gerade einfach und sollte immer vorher genau angesehen werden.

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