{
  "post_slug": "absentismus",
  "category": "lexikon",
  "answers": [
    {
      "question": "Was ist Absentismus?",
      "answer": "<p>Absentismus bezeichnet die gewohnheitsmäßige, überdurchschnittlich hohe Anzahl an Fehlzeiten durch Arbeitnehmer. Anders als der Krankenstand geht es um ein Verhalten oder eine Neigung, Verpflichtungen nicht nachzukommen – oft ohne triftigen Grund. Die Gründe liegen häufig in fehlender Motivation, die beruflich oder privat bedingt sein kann.</p>"
    },
    {
      "question": "Was ist der Unterschied zwischen Absentismus und Krankenstand?",
      "answer": "<p>Der Krankenstand beschreibt krankheitsbedingte Abwesenheit – der Mitarbeiter ist tatsächlich arbeitsunfähig. Beim Absentismus steht das Verhalten im Vordergrund: Die Abwesenheit ist oft nicht oder nur teilweise durch echte Krankheit begründet. Wer sich häufig krank meldet, obwohl er arbeitsfähig wäre, bewegt sich in Richtung Absentismus.</p>"
    },
    {
      "question": "Was ist das Gegenteil von Absentismus?",
      "answer": "<p>Das Gegenteil von Absentismus ist der Präsentismus: Mitarbeiter erscheinen trotz Krankheit am Arbeitsplatz oder arbeiten aus dem Homeoffice weiter. Beides ist problematisch – Absentismus verursacht direkte Ausfälle, Präsentismus senkt die Produktivität und kann zu Burnout führen.</p>"
    },
    {
      "question": "Was sind die häufigsten Ursachen für Absentismus?",
      "answer": "<p>Die Ursachen sind vielfältig: private (Beziehungsprobleme, Familie), berufliche (Mobbing, mangelnde Wertschätzung, fehlende Perspektiven) und gesundheitliche (Burnout, Sucht – oft als Vorwand versteckt). Drei Modelle erklären das Verhalten: Rückzugsmodell, Medizinisches Modell und Abweichendes-Verhalten-Modell.</p>"
    },
    {
      "question": "Welche Folgen hat Absentismus für Unternehmen?",
      "answer": "<p>Hohe Kosten (Lohnfortzahlung, Recruiting), Projektverzögerungen, Imageschaden, sinkende Motivation der Kollegen, mehr Krankmeldungen und Fluktuation. Laut Statista liegen die Kosten pro Mitarbeiter jährlich bei rund 1.199 Euro.</p>"
    },
    {
      "question": "Wie hoch sind die Kosten von Absentismus?",
      "answer": "<p>Laut Statista liegen die Kosten durch Absentismus pro Mitarbeiter jährlich bei rund 1.199 Euro. Sie entstehen u.a. durch Projektverzögerungen, niedrige Motivation, Mehrbelastung der Kollegen und Fluktuation. Hinzu kommen Lohnfortzahlung und Recruiting-Kosten bei Kündigungen.</p>"
    },
    {
      "question": "Ist Absentismus eine Krankheit?",
      "answer": "<p>Nein. Absentismus ist ein Verhalten, keine Krankheit. Es beschreibt die gewohnheitsmäßige, überdurchschnittlich hohe Abwesenheit vom Arbeitsplatz. Die Ursachen können allerdings gesundheitlich sein – z.B. Burnout oder Sucht – die von Betroffenen oft versteckt werden.</p>"
    },
    {
      "question": "Wie kann man Absentismus erkennen?",
      "answer": "<p>Mit systematischer Zeiterfassung und Fehlzeitenanalyse: Wer fehlt häufig? An welchen Tagen? Gibt es Muster (z.B. Montage, vor Feiertagen)? Der Bradford-Faktor hilft, problematische Muster zu identifizieren – viele kurze Ausfälle wirken sich stärker aus als wenige längere.</p>"
    },
    {
      "question": "Welche Maßnahmen helfen gegen Absentismus?",
      "answer": "<p>Präventiv: Zeiterfassung, gute Unternehmenskultur, Gesundheitsförderung, klare Perspektiven. Reaktiv: vertrauensvolle Gespräche, Hilfsangebote (Betriebsarzt, Beratung), bei anhaltendem Fehlverhalten Abmahnung oder Kündigung. Maßnahmen sollten am Ursprung ansetzen, nicht nur Symptome bekämpfen.</p>"
    },
    {
      "question": "Wann ist eine Abmahnung bei Absentismus gerechtfertigt?",
      "answer": "<p>Eine Abmahnung ist gerechtfertigt, wenn unentschuldigte Fehlzeiten, wiederholte Verspätungen oder ähnliches Fehlverhalten nachgewiesen sind. Sie sollte das Verhalten konkret benennen und die Unterlassung fordern. Ohne vorherige Abmahnung ist eine ordentliche Kündigung bei vergleichbaren Verstößen oft angreifbar.</p>"
    },
    {
      "question": "Was ist der Bradford-Faktor bei Absentismus?",
      "answer": "<p>Der Bradford-Faktor ist eine Kennzahl, die viele kurze Fehlzeiten stärker gewichtet als wenige längere. So erkennst du problematische Muster: Ein Mitarbeiter mit 10 einzelnen Fehltagen wirkt sich oft stärker auf das Team aus als einer mit einer zweiwöchigen Krankheit. Mit digitaler Zeiterfassung kannst du den Faktor berechnen und frühzeitig handeln.</p>"
    }
  ]
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